Nach Pleiten-Sonntag: Rapid & Austria bleiben gelassen
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Welch rabenschwarzer Fußball-Sonntag für die Wiener Vereine in der T-Mobile-Bundesliga! Das Spitzenduo war alles andere als Spitze und produzierte Null-Nummern gegen Nachzügler. Sowohl Tabellenführer Rapid (0:2) in Kärnten gegen das Schlusslicht als auch Double-Gewinner Austria (0:0) daheim gegen den Vorletzten SV Salzburg gelang kein einziges Tor. Und das eine Pünktchen für die Violetten war weniger als ein schwacher Trost, denn den Grünen genügt nun in zwei Wochen schon ein Remis zum inoffiziellen Herbst-Titel. Trotz des Pleiten-Sonntags geben sich die Trainer von Rapid & Austria gelassen.
Josef Hickersberger, der Feldherr des Hütteldorfer Rekordmeisters, machte in Klagenfurt keinen Unterschied zwischen dem Letzten und dem Ersten aus. Ivanschitz vermochte ebenso keine Akzente zu setzten wie der durch Blessuren geplagte Hofmann. "Hicke" nahm seine jungen Spieler, die ihre erste volle Saison bestreiten, daher auch in Schutz: "Sie müssen sich an diese Belastungen gewöhnen. Dazu kommt noch der verstärkte Rummel, der uns als Tabellenführer entgegengebracht wird."
Ein strahlender Constantini
Während sich der Rapid-Coach wenig Gedanken über die Zukunft macht ("Wir sind auf einem guten Weg, werden die Batterien aufladen und wieder Vollgas geben"), strahlte Didi Constantini nach dem ersten Sieg im dritten Versuch unter seiner Regie übers ganze Gesicht. Nach einem Thermen-Aufenthalt in den Kärntner Nockbergen samt Seminar zum Thema "Gruppen-Dynamik" gelang in knallroten Dressen der erste Drei-Punkter nach fünf Niederlagen in Serie.
Vorsprung verringert
"Die drei Tage in der Therme haben uns sehr gut getan. Es ist auch immer leichter gegen einen Favoriten zu spielen. Wir hatten auch das nötige Glück zur richtigen Zeit gehabt und gewannen letztlich verdient", meinte der Haubitz-Nachfolger aus Tirol, dessen Widerpart Hickersberger froh war, dass die Verfolger Austria und der GAK (am Samstag in Mattersburg) jeweils nur einen Zähler holten. Weil sich der Vorsprung der Grünweißen in der 17. Runde somit auf drei bzw. vier Punkte verringerte.
Kein Tor gegen UEFA-Cup-Prügelknaben
Viel schuldig blieb die Austria, die sich gegen den UEFA-Cup-Prügelknaben trist wie das nasskalte November-Wetter präsentierte und erstmals nach drei zu Null-Siegen wieder Zähler abgab. "Wir haben den letzten Pass, die Präzision, die Offensiv-Leistung wie zuletzt diesmal vermissen lassen", konzedierte Trainer Joachim Löw violette Schwächen. Die Veilchen fanden gegen die defensiv eingestellten und hinten kompakt stehenden Salzburger einfach kein Mittel und keine Ideen, um den Abwehr-Mauer zu durchbrechen.
Löw kann mit einem Punkt leben
Der Daum-Nachfolger meinte, dass er mit dem einen Punkt leben könne. "Zehn Zähler aus vier Spielen und zum vierten Mal in Serie zu Null gespielt, das sind Positiva", bemerkte Löw, der mit dem Einsatz seiner Schützlinge, nicht aber mit dem Resultat zufrieden war. Den Gästen, die nach der 0:4-Ohrfeige gegen AC Parma moralischer Sieger waren, gestand er gutes Zerstören, Kompaktheit und einige gefährliche Konter zu.
Pfeifenberger in der siebenten Minute out
Peter Assion, der Interims-Trainer der Festspielstädter, war stolz auf seine Mannen, die die Taktik zu 100 Prozent umgesetzt und über den Kampf zurückgefunden hätten. "Wir haben die Flanken dicht gemacht, fast keine Torchance zugelassen und kämpferisch dort angeknüpft, wo wir gegen Sturm aufgehört haben. Der Punkt war mehr als verdient", meinte der Söndergaard-Nachfolger nach dem Duell mit seinem Landsmann Löw. "Der Punkt war für uns ein Erfolg", bemerkte Heimo Pfeifenberger, der bereits in der siebenten Minute wegen Problemen der rechten Patellasehne hatte w.o. geben müssen.
(apa/red)
