Mittwoch, 12. November 2003

Wirbel im Dschungel: Dortmunds "Diva" Amoroso zickig

  • Brasilianer dementiert Zusage zu einer Gehaltskürzung
  • Amoroso zewifelt an der Diagnose des BVB-Mannschaftsarztes

Marcio Amoroso hat bei Borussia Dortmund einmal mehr für mächtig Wirbel gesorgt. Aus Verärgerung über die Bitte des Bundesligisten, zu medizinischen Untersuchungen aus Brasilien nach Deutschland zurückzukehren, goss der Torjäger erneut Öl ins Feuer. Er bezichtigte seinen Arbeitgeber indirekt der Erpressung und warf ihm vor, seine Genesung damit unnötig zu verzögern. Das ohnehin schwierige Verhältnis zwischen Amoroso und der Borussia ist damit gestörter denn je.

Vor allem der Vorwurf von Amoroso-Anwalt Pedro Adib, die Borussia wolle einer medizinischen Behandlung des Brasilianers in den USA nur im Falle eines 20-prozentigen Gehaltsverzichts zustimmen, verärgerte Meier über die Maßen. "Das ist falsch. Wir haben eine solche Forderung nicht gestellt", sagte Meier in einem Interview. Der Manager vermutet, dass dubiose Berater im fernen Brasilien negativen Einfluss auf den Torschützenkönig der Saison 2001/2002 ausüben.

Unterschiedliche Diagnosen
Gleich auf mehreren Ebenen gibt es Unstimmigkeiten: So zweifelt Amoroso die Diagnose von BVB-Mannschaftsarzt Markus Braun (Innenbandteilanriss im Knie) an und beruft sich auf ein Untersuchungsergebnis des brasilianischen Mediziners Paulo Reis, der eine Verletzung am hinteren Kreuzband feststellte. Eine Operation in den USA sei deshalb unumgänglich. "Der Verein soll sich Sorgen um meine Gesundheit machen und nicht ums Geld", kritisierte Amoroso.

Zustimmung zu Gehaltskürzung umstritten
Damit nicht genug: Mit seiner Weigerung, eine Gehaltskürzung hinzunehmen, brach Amoroso in Dortmund alte Wunden auf: "Ich habe definitiv nichts unterschrieben. Der BVB hat mir Vorschläge unterbreitet, die ich nicht akzeptiere."

Damit stellte er die Aussagen der Vereinsspitze vom 22. September in Frage, wonach alle Profis dem im Zuge der verpassten Champions-League-Teilnahme verordneten Gehaltsverzicht zugestimmt haben. Von dieser Aussage wollte Manager Meier trotz des Dementis aus Brasilien nicht abrücken: "Er ist einverstanden. Das hat er mehreren Leuten gegenüber dokumentiert." (apa/red)

12.11.2003 14:15