Mittwoch, 12. November 2003

Rodler wollen auf glanzvolle Vorjahres-Saison bauen

  • Weltcup-Gesamtsieger Kleinheinz wieder bei den Favoriten
  • Verletzungspech plagt Österreichs Nationalteam

Das österreichische Nationalteam der Kunstbahn-Rodler versucht ab dem Wochenende, an die glanzvolle vergangene Saison anzuschließen. Die ÖRV-Mannschaft ist mit viel Enthusiasmus zum Weltcup-Auftakt nach Sigulda (Lettland) gereist, wo bei den Weltmeisterschaften im Vorjahr vier Medaillen (Gold und Silber im Doppelsitzer durch Andreas und Wolfgang Linger bzw. Tobias und Markus Schiegl, jeweils Bronze für Rainer Margreiter und das Team) erobert wurden.

Daneben stellte Österreich in der ersten Saison nach dem Rücktritt der Vorzeige-Rodler Markus Prock und Angelika Neuner mit Markus Kleinheinz unerwartet den Weltcup-Gesamtsieger.

ÖRV-Sportkoordinator und Cheftrainer Robert Manzenreiter weiß um die Herausforderung. "Die Latte für uns liegt sehr hoch, wir müssen an eine überraschend erfolgreiche Saison anschließen. Wir sind aber zuversichtlich. Die ersten Tests haben gezeigt, dass wir mit den ausländischen Topstars mithalten können." Speziell traut der Coach im Weltcup Kleinheinz wieder einen Top-Drei-Platz zu. "Seine schärfsten Konkurrenten werden der Italiener Armin Zöggeler sowie die Deutschen David Möller und Georg Hackl sein."

Deutsche Phalanx soll gebrochen erden
Manzenreiter traut Kleinheinz auch im kommenden Weltcup einen Top-Drei-Platz zu. In Lettland erwartet der Coach von Margreiter einen Stockerlplatz, bei den Damen soll die deutsche Phalanx gebrochen werden. Im Doppelsitzer hält Manzenreiter sowohl die Schiegls als auch die Lingers für Top-Plätze gut. Vorausgesetzt, dass das Verletzungspech nicht auch noch andere Fahrer trifft. Denn Evelyn Unsinn und Sonja Manzenreiter erwischte es im Training ziemlich schlimm.

Verletzungspech
Nachwuchsfahrerin Unsinn raste vor drei Wochen im Eiskanal von Sigulda in eine liegen gebliebene Rodel und zog sich arge Schnittwunden und einen Splitterbruch des rechten Knöchels zu. Sie wurde aus der Klinik Innsbruck entlassen. Manzenreiter erlitt in der gleichen Woche einen Kreuzbandriss, machte die Reise nach Sigulda aber mit. Tobias Schiegl leidet an einer Handverletzung und Kleinheinz hat Rückenprobleme. Zudem muss das Team zum Auftakt auf seine Masseurin verzichten, die vor drei Wochen einen Kreuzbandriss erlitten hat.

Neuerungen im Weltcup
Der Viessmann-Weltcup startet mit einigen Neuerungen in die Saison, die Anzahl der Weltcups wurde von sieben auf acht erhöht und ein Mannschafts-Bewerb (vier Rennen, u.a. Igls) eingeführt. Die Trainingsläufe sind nach Leistungsvermögen gestaffelt, die A-Gruppe-Rodler (1 bis 15) haben vier Läufe zur Verfügung, alle anderen fünf.

Die Teilnehmerfelder wurden reduziert, zu den gesetzten 18 Herren, zehn Damen und zehn Doppelsitzern können sich noch je zwölf Athleten und Athletinnen sowie fünf Doppelsitzer qualifizieren. Abgeschafft wurden die Wartungspausen während der Rennläufe. "Mit diesen Maßnahmen wollen wir die Dauer der Veranstaltung verkürzen, für mehr Spannung sorgen und damit den Weltcup für Zuschauer und Medien noch attraktiver gestalten", erklärte FIL-Präsident Josef Fendt. (apa/red)

12.11.2003 10:10