Freitag, 14. November 2003

Berechnung: Durch ÖBB-Streik zehn Unfallverletzte mehr pro Tag

  • Alle neun Tage wäre ein zusätzlicher Verkehrstoter zu beklagen

Geht man davon aus, dass alle Bahnfahrer in Österreich auf Grund des ÖBB-Streiks auf das Auto umsteigen, würde sich die Zahl der Verletzten und Getöteten im Straßenverkehr um einiges erhöhen. Laut Berechnungen des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) werden pro Tag etwa neun bis zehn Menschen mehr verletzt. Pro Jahr wären dies über 3.500 Personen. Als Berechnungsgrundlage nahm der VCÖ die Personenkilometer der Autofahrer (72 Milliarden) und der Bahnfahrer (8,1 Milliarden).

Würde der Bahnstreik ein Jahr andauern und alle Zugfahrer auf das Auto umsteigen, erhöht sich die Anzahl der Verkehrstoten um 40 Personen. Alle neun Tage könnte ein zusätzlicher Verkehrstoter zu beklagen sein.

Eine beträchtliche Erhöhung werde in der Folge auch bei den Unfallkosten zu verzeichnen sein, so der VCÖ. Bei einem Streiktag sind es noch 480.000 Euro zusätzliche Belastungen.

Bei einer Woche Arbeitsniederlegung fallen bereits 3,3 Millionen Euro mehr, bei einem Jahr 175 Millionen Euro an. Auch der Zeitverlust durch die Arbeitnehmer, die im Stau stecken, sowie der verbrauchte Spritpreis würde sich bemerkbar machen. Pro Tag sind bei den Staukosten ein Plus von 1,19 Millionen Euro einzurechnen, pro Woche 8,4 Millionen Euro, pro Jahr 435 Millionen Euro.

Zusätzliche Gesundheits- und Klimaschutzkosten
Auf Grund des verstärkten Verkehrsaufkommens würde es auch zusätzliche Gesundheits- und Klimaschutzkosten geben: 470.000 Euro pro Tag, 3,2 Millionen Euro pro Woche und 170 Millionen Euro pro Jahr.

Es ist jedoch davon auszugehen, dass nicht alle Österreicher im Rahmen des Streiks auf ein Auto umsteigen bzw. sich einige auf Fahrgemeinschaften aufteilen. Genaue Daten über das derzeitige vermehrte Pkw-Aufkommen sind noch nicht bekannt. Daher nimmt der VCÖ an, das die oben erwähnten Daten für die vergangenen zwei Tage niedriger sind - etwa um 30 bis 40 Prozent. (apa/red)

14.11.2003 12:34