Donnerstag, 13. November 2003

Private Bahnen? - Gorbach schließt Privatisierung nicht aus

  • Verkehrsminister in der "ZiB 2": "Garantieren kann man in der Politik wenig"
  • Fuhrmann sieht in ÖBB-Privatisierung keine Lösung

Verkehrsminister Hubert Gorbach schloss Mittwoch Abend in der "ZiB 2" eine künftige Privatisierung etwa von Teilstrecken der ÖBB nicht aus. "Garantieren kann man in der Politik wenig", so Gorbach, der aber betonte, dass das jetzt nicht die Absicht sei. Schienen-Control-Chef Gerhard Fuhrmann hält wenig von der Privatisierungs-Idee. Er glaubt nicht, dass die Privat-Bahnen den Versorgungsauftrag erfüllen könnten.

Verkehrsminister Gorbach sagte, nun gehe es um eine neue Struktur, damit das Unternehmen dynamischer werde; das sei im Interesse aller Österreicher.

Sein Angebot an die Gewerkschaft, sich wieder an einen Tisch zu setzen, stehe - freilich stünden die Ziele und Eckpunkte der ÖBB-Reform fest.

Fuhrmann: Privatisieurng keine Lösung
Der Chef der Schienen-Control GmbH, Gerhard Fuhrmann sieht in einer eventuellen Privatisierung der ÖBB keine Lösung der Probleme. Wie Fuhrmann erklärte, ist der Versorgungsauftrag der ÖBB "gewinnbringend nicht zu erfüllen".

Als negatives Beispiel führte er Großbritannien an, wo nach der Privatisierung die Fahrkartenpreise um das Vierfache gestiegen seien.

Fuhrmann sprach sich dafür aus, die ÖBB-Reform noch einmal unter Einbeziehung von Experten zu diskutieren. Auf ein paar Wochen komme es nicht an. Nach den derzeitigen Plänen sei die Unabhängigkeit der Geschäftsführung nicht garantiert, die ÖBB müssten auch entschuldet werden. Fuhrmann warnte ferner vor einer "sehr problematischen" Fragmentierung der ÖBB. Ein Aufkaufen durch die Deutsche Bahn drohe.
(apa, red)

13.11.2003 09:31