Mittwoch, 12. November 2003

Streikfolgen: Unterschiedliche Auswirkungen in den Schulen

  • An einzelnen Standorten bis zu 70% "Ausfallsquote"
  • Praktisch keine Auswirkungen in Wien

In den meisten Bundesländern hat sich der Streik der ÖBB bzw. der Postbusse je nach Schulstandort sehr unterschiedlich ausgewirkt. An einigen Schulen in den Bundesländern gab es "Ausfallsquoten" von bis zu 70 Prozent, andere waren überhaupt nicht betroffen.

Wien
Kaum Probleme gab es in Wien, wo laut Stadtschulrat wie in der Vorwoche nur relativ wenige Kinder fehlten. Vereinzelt sei es zu Verspätungen auf Grund der Verkehrslage gekommen.

Niederösterreich
Ein ähnliches Bild wie beim ersten ÖBB-Streik in der Vorwoche zeigte sich auch an Niederösterreichs Schulen: Die Auswirkungen hielten sich in Grenzen. Dem Büro des Landesschulrates lagen am Mittwochvormittag keine Berichte über eklatante Fehlstände vor, eine zahlenmäßige, landesweite Erfassung gebe es aber nicht. Die 130.000 Kinder in Volks- und Hauptschulen seien praktisch nicht betroffen.

Salzburg
An den Salzburger Schulen zeigten sich die Auswirkungen des Streiks sehr unterschiedlich: In den Bildungseinrichtungen mit großem Einzugsgebiet - vor allem technischen Schulen - fehlten bis zu 50 Prozent der Schüler. An den anderen Schulen fehlen aber wenig Schüler.

Kärnten
An den Kärnten Schulen war der Streik diesmal deutlich stärker spürbar: An zwei Schulen fehlten gleich 70 Prozent. An den Kärntner Pflichtschulen lag die Zahl der "Ausfälle" von Schülern bei fünf bis zehn Prozent.

Steiermark
Unterschiedlich wirkte sich der Streik auch auf den Schulbesuch in der Steiermark aus: Im Bereich der Pflichtschulen gäbe es "kaum Absenzen". An den Höheren Schulen hingegen variierten die Fehlzahlen zwischen 30 und 60 Prozent. In der AHS seien die Unterstufenschüler eher da, so eine Sprecherin. Im Schnitt sind - vor allem an den Oberstufen - rund die Hälfte der Schüler zu Hause geblieben.

In der Weststeiermark und im obersteirischen Bezirk Murau hingegen konnte man kaum über Fehlzahlen in den Klassen klagen, da hier die Steiermärkischen Landesbahnen und die Graz-Köflacher-Bahn (GKB) verkehrten.

Burgenland
In der Hauptschule Rosental in Eisenstadt fehlten laut Angaben der Schulleitung am Mittwoch 150 der insgesamt rund 450 Schüler. Aus dem Bezirksschulrat Jennersdorf verlautete, dass der Ausfall von Schülern an Volksschulen nur geringfügig sei, in den Hauptschulen fehlten allerdings 24 bis 30 Prozent der Kinder.

Sollte der Streik über den Mittwoch hinaus andauern, werde man Schularbeiten verschieben müssen.

Oberösterreich
Halbe - in manchen Schulen auch völlig - leere Klassen prägten das Bild in vielen Schulen Oberösterreichs. Besonders dramatisch war die Situation im Salzkammergut, aber auch im Mühlviertel.

Im Salzkammergut sind die Einzugsbereiche der Schulen besonders groß, viele Schüler sind auf Bahn und Bus angewiesen - im Fall der Bundeshandelsschule Kirchdorf sogar 90 Prozent.

Tirol
Die Schüler in Tirol sind von den Streikmaßnahmen diesmal stärker betroffen als in der Vorwoche, hieß es beim Landesschulrat. Ausgewertet wurden dabei aber lediglich die 68 Höheren Schulen: An 20 Prozent zeigte der Streik überhaupt keine Auswirkungen. An den restlichen 80 Prozent dieses Schultyps erschienen hingegen durchschnittlich 40 Prozent der Schüler nicht zum Unterricht.
(apa, red)

12.11.2003 12:02