Sonntag, 16. November 2003

Trendwechsel in Katalonien: Nationalisten gewinnen

  • Sozialisten durch Wahlarithmetik stimmenstärkste Partei
  • Esquerra Republicana als Zünglein an der Waage

Bei den Wahlen in der autonomen spanischen Region Katalonien haben sich Sonntag Abend erneut die gemäßigten Nationalisten der CiU (Convergencia i Unio) durchgesetzt. Sie mussten zwar erhebliche Einbußen hinnehmen, gewannen jedoch mit 46 Mandaten vor den Sozialisten (PSC) mit 42.

Die Sozialisten waren aber stimmenstärkste Partei. Sie kamen bei einem Auszählungsstand von 99,38 der Stimmen auf 31,17 Prozent gegenüber 30,92 der CiU. Die CiU profitierte vom katalanischen Wahlgesetz, das nicht-urbane Gebiete gegenüber der Hauptstadt Barcelona aufwertet.

Zünglein an der Waage bei einer Regierungsbildung wird die Esquerra Republicana (ERC/Republikanische Linke) sein, die ihren Stimmenanteil praktisch verdoppelte und auf 23 Sitze kam. Zur absoluten Mehrheit sind insgesamt 68 Mandate notwendig. Mit ihrem bisherigen Koalitionspartei Volkspartei (PP), die es auf 15 Mandate brachte, hat die CiU keine Mehrheit. Mit der nationalistisch-separatischen ERC schon. Allerdings könnte auch die PSC mit der ERC und der linksgerichteten Initiative per Catalunya/ICV-EUIA (neun Sitze) eine Regierung bilden. (APA)

16.11.2003 20:34