Samstag, 15. November 2003

Korei will in Kürze Gespräche mit Extremisten

  • Treffen mit Sharon soll in den nächsten Wochen stattfinden

Der palästinensische Ministerpräsident Korei wird schon in Kürze Verhandlungen mit den militanten Palästinensergruppen über eine Beendigung aller Gewalttaten gegen Israel aufnehmen. Außenminister Shaath teilte am Samstag mit, Korei werde sich mit Vertretern von Hamas und Islamischer Dschihad noch vor seinem ersten offiziellen Gespräch mit dem israelischen Ministerpräsidenten Sharon treffen.

Das Treffen mit Sharon soll in den nächsten Wochen stattfinden. Shaath gab bekannt, dass er selbst sich nach dem Spitzentreffen Korei-Sharon mit seinem Amtskollegen Silvan Schalom treffen werde, um über Erleichterung für die Bevölkerung in den von der israelischen Armee besetzten Autonomiegebieten zu sprechen.

Sowohl Hamas als auch die Führung des militanten Dschihad hatten nach der Bestätigung Koreis in der vergangenen Woche erklärt, sie seien zur Wiederaufnahme des Dialogs mit Korei bereit. Die erste von beiden Gruppen Ende Juni ausgerufene Waffenruhe war Ende August nach einem Hamas-Terroranschlag in Jerusalem und der darauf folgenden Liquidierung eines Hamas-Führers in Gaza durch Israel zusammengebrochen.

Vollständige Beendigung der Gewalt
In der Erklärung von Shaath hieß es, der Dialog zwischen der Regierung und Hamas sei nie abgebrochen worden. Korei hat der Forderung der USA und Israels eine Absage erteilt, mit Gewalt gegen die Extremistengruppen vorzugehen. Stattdessen will er die vollständige Beendigung der Gewalt zwischen Israel und den Palästinensergruppen auf dem Verhandlungsweg erreichen. Er hatte den Kampf gegen die Gewalt in den Mittelpunkt seiner ersten Regierungserklärung am vergangenen Mittwoch gestellt.

Seit Beginn der blutigen Intifada (Aufstand) vor über drei Jahren sind mehr als 2500 Palästinenser und über 700 Israelis Opfer der Gewalt geworden. (APA)

15.11.2003 15:46