Autobombenterror: Zahl der Todesopfer weiter gestiegen
- El Kaida bekennt sich zu Attentaten auf jüdische Synagogen
- PLUS: Die Bilder vom Ort des Schreckens in Istanbul!
·Neuer Terror:
Die Bilder: Chaos in Istanbul
·Überblick
Terror-Anschläge seit dem 11.9.
·Synagogen
Hunderte Tote bei Anschlägen seit '80
·Hintergund I
Die Neve-Salom- Synagoge Istanbuls
·Hintergrund II
Die Bet-Israel- Synagoge Istanbuls
Zwei Tage nach den Terroranschlägen in Istanbul ist unter den Trümmern einer der beiden Synagogen die Leiche einer Frau gefunden worden. Damit hat sich die Zahl der Toten auf 24 erhöht. Weitere 300 Menschen waren bei den blutigen Anschlägen verletzt worden.
Bei der Frau handle es sich wahrscheinlich um die Großmutter eines achtjährigen Mädchens, das ebenfalls ums Leben gekommen war, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Montag.
Großmutter und Enkelkind hatten am Samstagmorgen gerade die Bet-Israel-Synagoge im Stadtteil Sisli betreten, als die Autobombe explodierte. Die Frau galt seither als vermisst. Damit wurden bei den Anschlägen sieben Menschen jüdischen Glaubens getötet. Die 17 anderen Todesopfer waren moslemische Türken.
El Kaida bekennt sich zu Anschlägen
Das Terrornetzwerk El Kaida von Osama bin Laden hat sich nach Angaben der arabischen Zeitung "El Kuds El Arabi" zu den Bombenanschlägen auf zwei Synagogen in Istanbul bekannt, bei denen 23 Menschen getötet und rund 242 verletzt wurden. Das teilte die Zeitung der Nachrichtenagentur AFP mit. Auch die türkische Regierung schließt eine Verbindung der Attentäter zur El Kaida nicht aus. Trotzdem gibt es noch immer keine "heiße Spur".
Unterdessen hat die Polizei vier Verdächtige wieder auf freien Fuß gesetzt, die im Zusammenhang mit dem Doppelanschlag festgenommen worden waren. Die vier, darunter eine Frau, seien verhört und anschließend wieder freigelassen worden. Zunächst war von drei Festnahmen berichtet worden.
Ein Werk von Selbstmordattentätern
Laut Anadolu favorisieren die Ermittler die These, dass die Anschläge von Selbsmordattentätern verübt wurden. Gerichtsmediziner hätten menschliches Gewebe am Lenkrad eines der Lastwagen gefunden, der am Samstag vor einer der beiden Synagogen explodierte. Dieses Gewebe sei identisch mit dem eines zerfetzten männlichen Körpers, der am Anschlagsort gefunden worden sei.
Vor der zweiten Synagoge sei eine weitere Leiche geborgen worden, die ebenfalls die eines Attentäters sein könne, hieß es in dem Bericht weiter. Möglicherweise seien die Männer arabischer Abstammung. Polizeibeamte wollten den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren. Anadolu zufolge wurden für die Anschläge zwei jeweils 300 bis 400 Kilogramm schwere Bomben verwendet.
Kein Attentat türkischer Organisationen
Zwar hatte sich bereits am Samstag die militante Gruppe Kampffront des Großen Islamischen Ostens (IBDA/C) zu dem Anschlag bekannt. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan äußerte jedoch Zweifel daran, dass der Doppelanschlag von einer türkischen Organisation allein hätte bewerkstelligt werden können. "Dieser Vorfall geht, glaube ich, über die nationale Dimension hinaus auf die internationale", sagte Erdogan. Die Anschläge gehen nach Ansicht der israelischen Generalkonsulin auf das Konto einer "größeren Organisation" mit möglichen Verbindungen ins Ausland. "
Die türkische Zeitung "Radikal" berichtete, der israelische Geheimdienst habe in diesem Jahr bereits zwei Mal vor Anschlägen auf jüdische Einrichtungen in der Türkei gewarnt. Die letzte Warnung sei im September erfolgt. Die Türkei ist das einzige muslimische Land, das enge Beziehungen zu Israel unterhält. (APA/red)
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