Freitag, 14. November 2003

Morddrohungen: Berlusconi fühlt sich "wie Gefangener"

  • "Hasskampagne" der Linken schuld an 37 Morddrohungen?
  • Korruptionsprozess: Berlusconi würde Verurteilung ignorieren

Silvio Berlusconi, Italiens in ganz Europa umstrittener Ministerpräsident (siehe Kasten rechts), fühlt sich "wie ein Gefangener". Dies erklärte der Bedrängte am Freitag in Rom. Der Grund: Die "Hasskampagne" der italienischen Linken gegen ihn wäre verantwortlich für allein 37 Morddrohungen in diesem Jahr. Conclusio: "Gegen meinen Willen haben die Sicherheitsbehörden die Schutzmaßnahmen für mich verstärkt", so Berlusconi.

Dies erklärte Berlusconi im Buch "Der Kavalier und der Professor", in dem er vom Starjournalisten Bruno Vespa interviewt wird. Das Buch wurde am Freitag in Rom vorgestellt. Berlusconi machte die "Hasskampagne" der Linken gegen ihn für die Morddrohungen verantwortlich. Vor allem das Parteiblatt der stärksten Oppositionspartei, der Linksdemokraten, "L'Unita", hetze die linksorientierte Wählerschaft gegen ihn auf.

In dem Interview beteuerte Berlusconi, dass er nicht zurücktreten würde, sollte er im Rahmen des Korruptionsprozesses SME verurteilt werden. Bei dem Verfahren wird Berlusconi Richterbestechung vorgeworfen. Der Prozess war im Juni suspendiert worden, weil die Regierungskoalition ein umstrittenes Immunitätsgesetz durchgepeitscht hatte, nach dem Verfahren gegen hochrangige Staatsvertreter ausgesetzt werden müssen, solange diese im Amt sind. Die Mailänder Staatsanwälte hatten beim Kassationsgericht Einspruch gegen das Gesetz eingereicht. (APA/red)

14.11.2003 15:45