Freitag, 14. November 2003

Vom Netz genommen: Deutsches AKW Stade stillgelegt

  • Erste Schließung seit Einigung auf Atomausstieg
  • Umweltminister Trittin: "Ende des Atomzeitalters"

Nach fast 32 Jahren Betriebszeit ist seit Freitag der deutsche Atomreaktor Stade endgültig stillgelegt. Der Reaktor sei erloschen, teilte eine Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums mit. Mehr als drei Jahre nach der Einigung von Bundesregierung und Energiewirtschaft auf den Atomausstieg wurde damit das erste AKW vorzeitig stillgelegt.

Das AKW Stade ist fast ein Jahr früher abgeschaltet worden, als es die Ausstiegsvereinbarung vorgesehen hätte. Nach dem AKW Obrigheim, das schon seit 1968 Strom erzeugt, war das AKW Stade das zweitälteste kommerzielle Atomkraftwerk in Deutschland. Der Abriss des 660-Megawatt-Reaktors ist bis zum Jahr 2015 geplant und soll nach Angaben der E.ON Kernkraft in Hannover etwa 500 Millionen Euro kosten.

Der deutsche Umweltminister Trittin (Grüne) zeigte sich in einem Interview erfreut: "Mit der Abschaltung von Stade beginnt für alle sichtbar das Ende des Atomzeitalters. Ich bin mir sicher, dass um 2020 keine Atomkraftwerke mehr in Deutschland laufen werden." Die rot-grüne Bundesregierung und die AKW-Betreiber hatten sich im so genannten Energiekonsens im Juni 2000 auf eine schrittweise Stilllegung aller 19 kommerziell betriebenen deutschen Atomkraftwerke geeinigt. (APA/red)

14.11.2003 10:08