Mordfall Lindh: Prozess beginnt am 14. Jänner
- Weitere Verhandlungstage sind der 15. und 19. Jänner
- Verdächtiger gestand im Verhör das Messerattentat
·Anna Lindh
Die Stationen ihrer Polit-Karriere
Nachdem der Verdächtige im Mordfall Anna Lindh am Mittwoch die Tat gestanden hat, steht jetzt bereits der Termin für den Prozess fest: Am kommenden Mittwoch (14. Jänner) wird im Stockholmer Bezirksgericht die Gerichtsverhandlung beginnen. Die Anklage-Erhebung wird voraussichtlich zwei Tage vorher von der Staatsanwaltschaft eingebracht.
Der Anwalt des Verdächtigen sagte am Donnerstag gegenüber der Tageszeitung "Dagens Nyheter", er verzichte auf ein Psychiatrisches Rechtsgutachten. Damit ist der Weg frei für den Prozessbeginn.
Die Hauptverhandlung dürfte damit am 14. Jänner um 9.00 Uhr Früh im Sicherheitssaal des Stockholmer Bezirksgerichts beginnen. Als weitere Verhandlungstage sind laut "Dagens Nyheter" zunächst der 15. und der 19. Jänner vorgesehen. Es wird mit einem schnellen Prozessablauf gerechnet. Der Privatsender TV4 und das öffentlichrechtliche Radio in Schweden wollen den Ton aus dem Gerichtssaal live übertragen.
Verdächtiger gesteht Mord
Der Verdächtige im Mord an Anna Lindh hat während eines Verhörs am Dienstag gestanden. Mijailo Mijailovic habe sich schuldig bekannt, die schwedische Außenministerin getötet zu haben, berichtete die Nachrichtenagentur TT am Mittwoch. Das Verhör, bei dem der 25-Jährige eine detaillierte Schilderung der Geschehnisse vom 10. September abgeliefert hatte, habe auf Antrag seines Anwalts stattgefunden.
Die schwedische Chefstaatsanwältin Agneta Blidberg rechnet nach dem Geständnis mit einer Beschleunigung des Gerichtsverfahrens. Es seien nun weniger Zeugenaussagen notwendig. Das Geständnis erhöhe auch die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung, sagte Blidberg. Mijailovic, der am 24. September festgenommen wurde, hatte stets seine Unschuld beteuert.
Der Anwalt des 25-Jährigen, Peter Althin, sagte in einem Radiointerview am Mittwoch, Mijailovic habe in dem Verhör auch darüber berichtet, wie es ihm in den Tagen vor und nach der Tat gegangen sei. Bezüglich seines Motives wollte Althin vor dem Vorliegen des schriftlichen Verhörsprotokolls lediglich sagen, dass es sich laut dem Geständnis seines Klienten definitiv nicht um ein politisches Motiv für den Mord gehandelt habe. Es sei nach den Aussagen des 25-Jährigen eine spontane Tat gewesen.
Stockholmer Zeitungen berichteten zuvor aber, Mijailovic, der Sohn serbischer Einwanderer, habe gegenüber Freunden Hass auf Lindh als Motiv genannt. Die sozialdemokratische Politikerin hatte während des Kosovo-Kriegs die Bombardierung serbischer Ziele durch die NATO unterstützt.
Die Außenministerin war Mitte September im Alter von 46 Jahren in einem Stockholmer Kaufhaus niedergestochen worden, als sie ohne Begleitung von Leibwächtern Kleidung einkaufen wollte.
(apa)
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
