Antisemitismus: Hohmann bittet CDU/CSU-Fraktion um Verzeihung
- Nach judenkritischen Aussagen soll er am Freitag aus Fraktion ausgeschlossen werden
- Merkel besteht auf Ausschluss
Der wegen judenkritischer Äußerungen umstrittene deutsche CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann hat seine Parteifreunde gebeten, ihn am Freitag nicht aus der Fraktion auszuschließen. "Mehrfach habe ich mich entschuldigt. Ich möchte alles tun, damit die von mir hervor gerufenen Verletzungen geheilt werden, und bitte nochmals um Verzeihung", heißt es in einer Erklärung, die der Politiker Dienstag in der Fraktionssitzung abgab und aus der nun die "Fuldaer Zeitung" zitierte.
Weiter heißt es darin, die Behauptung, er habe die Juden als "Tätervolk" bezeichnet, sei falsch und eine "böswillige Umdeutung" seitens der Medien. Der Kernsatz seiner Rede habe vielmehr gelautet: "Weder die Deutschen noch die Juden sind ein Tätervolk". Wörtlich erklärte Hohmann, er habe sagen wollen, dass das jüdische Volk mit den Gräueltaten der Bolschewisten "auch nicht im Entferntesten" identifiziert werden könne.
Auch von der Entlassung des Bundeswehrgenerals Reinhard Günzel, der Hohmann in einem Brief zu der Rede beglückwünscht hatte, zeigte sich Hohmann "tief betroffen". "Ich habe dem ausdrücklichen Versprechen des ZDF-Redakteurs Glauben geschenkt, dass der Name auf gar keinen Fall bekannt gemacht wird."
Unterdessen wandte sich CDU-Parteichefin Angela Merkel mit einem Brief an die CDU-Basis. In dem Schreiben an Orts- und Kreisvorsitzende heißt es laut "Bild", viele "Zuschriften, Telefonate und Gespräche" hätten ihr gezeigt, dass die Rede des Fuldaer Parlamentariers "uns alle sehr beschäftigt und bewegt". Zwar sei der angestrebte Partei- und Fraktionsausschluss "von außerordentlich schwer wiegender Bedeutung", aber doch unumgänglich.
Auch künftig sollten wertkonservative Ideen in der CDU eine Heimat haben, schrieb sie. Damit dies unbefangen möglich bleibe, sei der Ausschluss Hohmanns notwendig. (apa/red)
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
