Serbien: Offenbar vorgezogene Parlamentswahlen
- Termin vermutlich im Dezember oder Jänner
- Am Sonntag finden Präsidentschaftswahlen statt
Die serbische Regierung plant zum Jahreswechsel offenbar eine vorgezogene Parlamentswahl. Wie die Nachrichtenagentur AP am Mittwoch aus Kabinettskreisen erfuhr, will die Regierung den für Dezember oder Jänner vorgesehenen Wahltermin demnächst bekannt geben.
Der Spitzenkandidat für die am Sonntag stattfindende Präsidentschaftswahl, Dragoljub Micunovic, kündigte indessen im Fall seines Wahlsiegs eine stärkere Zusammenarbeit mit dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag an. Serbien habe die Wahl zwischen Demokratie und Reformen und der Wiedereinsetzung des alten Regimes, sagte Micunovic auf einer Wahlveranstaltung in Belgrad.
Vom UN-Tribunal werden mehr als zwei Dutzend flüchtige serbische Kriegsverbrecher gesucht, darunter der ehemalige Führer der bosnischen Serben Radovan Karadzic.
Die Wahl am Sonntag ist bereits der dritte Anlauf zur Bestimmung eines Staatsoberhauptes in der früheren jugoslawischen Republik. Die beiden vorherigen Runden scheiterten an der geringen Wahlbeteiligung von weniger als 50 Prozent. In Umfragen liegt Micunovic mit 56 Prozent der Stimmen deutlich vor seinem wichtigsten Konkurrenten, dem Ultranationalisten Tomislav Nikolic, der auf 28 Prozent kommt.
(apa)
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