"Prestige"-Unglück: Öl in Muscheln und Schalentiere gelangt
- Erhebliche Konzentrationen von Kohlenwasserstoffen
Ein Jahr nach dem Untergang des Tankers "Prestige" sind nach einer Studie Giftstoffe aus dem ausgeströmten Schweröl in die Nahrungsmittelkette gelangt. Biologen der Universität in La Coruna im Nordwesten Spaniens fanden nach Angaben der Zeitung "El Mundo" vor allem in Muscheln und Schalentieren erhebliche Konzentrationen von Kohlenwasserstoffen.
Dabei handele es sich um polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die wahrscheinlich zu einem großen Teil Krebs erregend seien. Auch bei verschiedenen Fischarten seien erste Auswirkungen der größten Umweltkatastrophe in der spanischen Geschichte festzustellen.
Demgegenüber betonte die Regierung der autonomen Region Galicien, der vor der nordspanischen Atlantikküste gefangene Fisch sei für die Gesundheit der Verbraucher absolut unbedenklich. Tests der Gesundheitsbehörden ergaben erheblich niedrigere Schadstoffwerte als die Universitätsstudie.
Die Umweltschutzorganisationen Greenpeace und World Wildlife Fund (WWF) bezeichneten die Untersuchungen der Behörden dagegen als wenig glaubwürdig. "Bei anderen Öl-Katastrophen waren ebenfalls Schadstoffe in die Nahrungsmittelkette gelangt. Wieso soll das hier nicht der Fall sein?", fragte eine Greenpeace-Sprecherin.
Die "Prestige" war am 13. November vor einem Jahr mit 77.000 Tonnen Schweröl an Bord vor der galicischen Küste in Seenot geraten und sechs Tage später gesunken. (apa/red)
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