Mittwoch, 12. November 2003

Anschlag in Nassiriya: Italien zittert um schwerverletzte Carabinieri

  • 20 Soldaten kehren zurück: "Es war die Hölle"
  • Terrorakt ändert nichts an der italienischen Mission im Irak

Italien zittert um vier Carabinieri, die beim Anschlag im südirakischen Nassiriya am Mittwoch schwer verletzt worden sind und in Lebensgefahr schweben. Ein junger Soldat wurde nach Angaben italienischer Medien am Freitag für klinisch tot erklärt. Der Zustand eines weiteren Soldaten und von zwei Carabinieri ist nach wie vor kritisch. Beim Anschlag auf das italienische Hauptquartier in Nassiriya kamen 27 Personen ums Leben, darunter 19 Italiener. Zirka 80 Menschen wurden verletzt.

Die transportfähigen Soldaten und Carabinieri werden nach Italien zurückkehren. Sie sollen mit dem Kommandanten der paramilitärischen Polizeitruppe, General Guido Bellini, in ihre Heimat zurückfliegen.

"Es war die Hölle"
Einige verletzte Carabinieri wurden vom italienischen Fernsehen interviewt und erzählten vom Horrorszenario in Nassiriya. "Ich habe das Fahrzeug mit den Selbstmordattentätern gesehen, das auf unser Hauptquartier zugerast ist. 'Haltet ihn auf', habe ich geschrien. Ich konnte nicht den Satz beenden. Ich bin in einem See von Blut wieder erwacht. Es war die Hölle", berichtete ein Soldat.

"Wir sind über den Mut unserer Soldaten stolz. Dies ist ein großer Trost vor diesem enormen Leid", betonte der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi. Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi, betonte, dass sich nichts an der italienischen Mission im Irak ändern werde. (apa/red)

12.11.2003 10:28