Wirbel um Buch: Soldatin Lynch klagt US-Army an!
- I Am a Soldier, Too: Die ganze Wahrheit oder gelogen? Army soll ihre Befreiung für PR-Zwecke benutzt haben. "Hustler" will Nacktfotos der Rekrutin veröffentlichen
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Am 11. November kam ihr Buch ("I Am a Soldier, Too: The Jessica Lynch Story") in Amerika auf den Markt: Und die 20-jährige Soldatin erhebt schwere Verwürfe gegen die Army! Sie fühle sich missbraucht - für Propagandazwecke (sie wurde aus irakischer Gefangenschaft befreit, Anm.d.Red.). Außerdem schildert die ehemalige US-Soldatin, wie sie sich gegen die Amputation ihres Beines wehrte. Und an eine Vergewaltigung will sie sich gar nicht erinnern können. Außerdem schwirren Gerüchte herum, dass der "Hustler" Nacktbilder der Rekrutin veröffentlichen will! All das ist Stoff genug, um den Verkauf des Buches ordentlich zu promoten...
Jessica Lynch erklärte in einem Interview, die Truppen hätte ihre Gefangennahme und dramatische Rettung benutzt, um die Unterstützung der Öffentlichkeit für den Krieg zu gewinnen: Es habe keinen Grund gegeben, ihre Befreiung zu filmen, sagte sie der US-Fernsehmoderatorin Diane Sawyer. Der Sender ABC veröffentlichte Auszüge des Interviews am Freitag auf seiner Internetseite.
Nach dem Überfall auf Lynchs Konvoi im Irak am 23. März war zunächst berichtet worden, die junge Frau habe gegen ihre Angreifer gekämpft, bis ihr die Munition ausgegangen sei. Sie habe Stich- und Schusswunden erlitten. Später erklärten die Streitkräfte dann, sie sei nicht von Kugeln getroffen worden. Lynch sagte im Interview, sie habe nicht einen Schuss abgegeben. Ihre Waffe habe geklemmt. "Ich bin auf die Knie gegangen und habe gebetet. Das ist das letzte, an das ich mich erinnere." Lynch wurde für ihren Einsatz mit mehreren Medaillen ausgezeichnet.
Sie kehrte nach einem langen Krankenhausaufenthalt im Juli in ihre Heimat im US-Staat West Virginia zurück. Auch Monate nach ihrer Befreiung erhält sie fünf Mal in der Woche zwei Stunden Physiotherapie und muss 18 Tabletten am Tag nehmen. Sie hat kein Gefühl in ihrem linken Fuß und geht mit Stützen. Lynch hatte bei dem Überfall mehrere Knochenbrüche erlitten. Nach acht Tagen wurde sie befreit. Inzwischen wurde sie auf eigenen Wunsch ehrenhaft aus der Armee entlassen.
Am 6. November berichteten amerikanische Medien, Lynch sei während ihrer Gefangenschaft vergewaltigt worden. Sie beriefen sich auf medizinische Unterlagen, die in Lynchs Biografie "I Am a Soldier, Too: The Jessica Lynch Story" (Ich bin auch ein Soldat: Die Geschichte der Jessica Lynch) zitiert worden seien. Lynch sagte Sawyer, sie könne sich an einen Übergriff nicht erinnern. "Nur daran zu denken ist zu schmerzhaft." (apa)
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