Dienstag, 11. November 2003

Ärzte-Schätzung: Über 20.000 Tote im Irak-Krieg

  • Gesundheitslage der Iraker verschlechtert sich weiter
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Erschreckende neue Schätzung zur Lage im Irak: Der Krieg hat insgesamt weit mehr als 20.000 Iraker das Leben gekostet! Dies geht aus am Dienstag in London veröffentlichten Schätzungen der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) hervor. Die Zahl der Opfer steige seit Kriegsende kontinuierlich und die Gesundheitslage der irakischen Bevölkerung verschlechtere sich weiter, hieß es.

Nach diesen Angaben kamen während des Krieges zwischen 7.800 und 9.600 irakische Zivilisten ums Leben. Die meisten Opfer habe der Krieg unter den irakischen Soldaten gefordert, von denen während der Kampfhandlungen zwischen 13.500 und 45.000 gefallen seien. Die genaue Zahl werde wahrscheinlich nie bekannt werden, weil es keine zuverlässigen Angaben dazu gebe, hieß es in der IPPNW-Studie.

Die Gesundheitslage im Irak - vor allem die der Kinder - sei bereits vor dem Krieg sehr schlecht gewesen. Der Krieg habe die Situation noch verschärft und vorrangig die Schwächsten getroffen, hieß es weiter. Durch den Zusammenbruch von Recht und Ordnung nach dem Kriege seien die irakischen Gesundheitsinstitutionen außer Stande, der Bevölkerung die nötige Hilfe zu gewährleisten.

"Armut, Unterernährung, Wassermangel und ungenügende medizinische Versorgung setzen der Gesundheit der irakischen Bevölkerung sehr zu", sagte Sabya Farooq, einer der Autoren des Berichtes. Außerdem litten die Menschen unter der kriegsbedingten Umweltverschmutzung. Nach den Worten von June Crown, Präsident der britischen IPPNW-Sektion, werden die Auswirkungen des Krieges noch viele Jahre lang zu spüren sein. Die internationale Gemeinschaft habe deshalb eine Verpflichtung, die langfristigen Auswirkungen des Krieges auf die Menschen so weit wie möglich zu lindern. (APA/red)

11.11.2003 08:41