Sonntag, 16. November 2003

Mordalarm in Graz: 24-jähriger Türke verhaftet

  • Notwehr? Leiche weist mehrere Messerstiche auf

In Graz wurde am Sonntag ein toter Mann in einer Wohnung aufgefunden. Die Leiche wies mehrere Messerstiche auf, die auf ein Gewaltverbrechen hindeuteten. Nach Angaben der Polizei wurde ein 24-jähriger Türke als Verdächtiger festgenommen. Der Mann hat die Tat zugegeben, erklärte jedoch, in Notwehr gehandelt zu haben. Die Identität des Opfers konnte zunächst nicht festgestellt werde.

Nach ersten Angaben der Ermittler soll sich die Tat in der Nacht auf Sonntag in einer Gemeindewohnung am Langedelwehr ereignet haben. Der Türke gab an, einen Bekannten, den er von den Zeugen Jehovas kennt, in der Nacht ersucht zu haben, ihn zu der Wohnung am Langedelwehr zu bringen. Dort habe er schon mehrmals übernachtet und wollte das auch in diesmal tun. Der Wohnungsinhaber war zu Hause und gestattete dem Türken, zu bleiben. Er selbst ging weg, ebenso der Bekannte des Mannes.

War es Notwehr?
Mitten in der Nacht soll in der unverschlossenen Wohnung plötzlich ein fremder Mann gestanden sein. Gegen diesen will sich der Türke mit einem Messer, das nach seiner Aussage zufällig herumlag, gewehrt haben. Sein Widersacher erlitt dabei mehrere Stichwunden und starb. Der 24-jährige erzählte die Geschichte am nächsten Tag bei einem Treffen der Zeugen Jehovas seinem Bekannten, der ihn in die Wohnung gebracht hatte. Ein weiteres Mitglied der Glaubensgemeinschaft soll die Geschichte aufgeschnappt und damit zur Polizei gegangen sein. Als die Beamten in der Wohnung nachschauten, fanden sie tatsächlich den Toten.

Am Sonntag konnte zunächst weder der Wohnungsinhaber ausgeforscht noch die Identität des Toten geklärt werden. Auch eine Befragung der übrigen Hausbewohner brachte keine Ergebnisse. Einige hatten zwar in der Nacht Lärm aus der Wohnung gehört, genaue Angaben konnte jedoch vorerst niemand machen. (APA/red)

16.11.2003 17:31