Samstag, 15. November 2003

Asyl-Streit: Wien stellt 500 Notschlafstellen bereit

  • Häupl beklagt in Brief an Strasser "unerträgliche Situation"
  • An Grenze abgewiesene Tschetschenen geben nicht auf

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner neuen Ausgabe berichtet, will der Wiener Bürgermeister Michael Häupl 500 Nächtigungsmöglichkeiten für obdachlose Fremde schaffen, da ihm die Situation "gerade in der Vorweihnachtszeit unerträglich erscheint". Die ersten Plätze sollen ab Dienstag kommender Woche bereit stehen, um "angesichts der fallenden Temperaturen des kommenden Winters Schlimmstes zu vermeiden".

Dies teilt Häupl in einem Brief an Innenminister Ernst Strasser mit. Die Kosten werden vom Land Wien nur vorgestreckt, müssen aber vom Bund getragen werden, stellt Häupl in dem Schreiben klar.

Abgewiesene Tschetschenen geben nicht auf
Ein Teil der Ende Oktober nach Tschechien abgeschobenen Tschetschenen will nun ihr Asylverfahren in Österreich wieder aufnehmen. 74 Tschetschenen waren in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November am Grenzübergang Gmünd aufgegriffen worden. Sie wurden einen Tag später nach Tschechien zurückgeschoben. Die BH Gmünd verhängte ein Aufenthaltsverbot. Dagegen berufen nun 17 aus der Gruppe.

Dem Nachrichtenmagazin "profil" liegen laut Vorabmeldung vom Samstag schriftliche Erklärungen der Flüchtlinge vor, die sich derzeit in einem tschechischen Lager aufhalten. Darin heißt es, die Flüchtlinge hätten in Österreich um Asyl angesucht. Dies sei jedoch "von den Beamten ignoriert" worden. Anschließend seien sie gegen ihren Willen zurückgeschoben worden.

Mehr zu diesem Thema finden Sie im neuen "profil"!

(APA/red)

15.11.2003 09:38