Wahlen 2004: Schafft SPÖ "fünf auf einen Streich"?
- Der SP-Chef in NEWS: "Wunschergebniss: fünf zu null für uns"
- PLUS: Gusenbauers Crash-Fahrplan für das Superwahljahr '04
Die SP liegt zur Zeit im Umfragehoch. Alfred Gusenbauer will das Superwahljahr 2004 als SPÖ-Turbeo nützen. Wie der SP-Chef von fünf Wahlen in den nächsten sechs Monaten alle fünf gewinnen will - und warum er Siege so dringend braucht.
Dienstag in der Wiener Löwelstraße - Strategiebesprechung: Es geht um das "Super-Wahljahr" 2004 - ab Jänner laufen die Wahlkämpfe für Kärnten, Salzburg, Arbeiterkammer, Präsidentenamt und Europa.
Eine SP-Geheimumfrage mit 1.200 Befragten ergibt, dass fast zwei Drittel der Arbeitnehmer der Regierung einen "saftigen Denkzettel" erteilen wollen. Und fragt man die Österreicher, wer ihnen als geeigneter Präsident einfällt, nennen spontan 20 Prozent Heinz Fischer, nur sechs Prozent fällt Erwin Pröll, nur fünf Prozent Benita Ferrero-Waldner ein. Die Devise lautet: "Es geht der SPÖ gut. Nur keine Fehler mehr machen. Alles, was für die Wahlen nützt, tun, alles, was schadet, unterlassen."
Gusenbauer will fünf Wahlsiege
Die Wahlziele für die fünf Wahlgänge im ersten Halbjahr 2004 fasst Gusenbauer im NEWS-Interview dann so zusammen: "Wunschergebnis: fünf zu null für uns."
Ob es klappt? Es muss aus Gusenbauers Sicht einfach klappen - denn nur durch Wahlsiege kann er die Koalition so nervös machen, dass er vielleicht einen vorzeitigen Bruch schafft. Und nur dann nützt der SPÖ ihr aktuelles Umfragehoch. Denn nach Gusenbauers Runde mit seinen Geschäftsführern Doris Bures und Norbert Darabos sowie nach Telefonaten mit den SP-Länderchefs ist klar: "Wenn sich die Regierung 2004 drüberrettet, dann Steuerreform, Aufschwung und EU-Präsidentschaft kommen, wären Wahlen viel schwerer zu gewinnen als nach den aktuellen Debakeln von Schwarz-Blau."
Ein weiterer, für Gusenbauer entscheidender Umstand wurde da freilich nicht erwähnt: Je länger es bis zur nächsten Wahl dauert, desto eher könnten wieder Stimmen laut werden, die Gusenbauers Qualifikation als Spitzenkandidat hinterfragen. Ob der SP-Chef demnächst - ohne Fotografen-Begleitung - wieder einmal Spargel essen geht? Spätestens nach der Kärnten-Wahl am 7. März, wenn Jörg Haider wieder mehr Zeit für seine bundespolitischen Hobbys hat, könnte er wieder auf das Sprengmeister-Talent setzen müssen.
Gusenbauers Crash-Fahrplan 2004
Kärnten - SP-Wahlziel:
Landeshauptmann und Nr. 1. Nach SP-Umfragen liegt Peter Ambrozy weiter klar über 40 Prozent - und Jörg Haider kann nicht aufholen. Doch Blau-Schwarz droht.
Salzburg - SP-Wahlziel:
Landeshauptfrau und Nr. 1. Auch wenn es öffentlich dementiert wird: Die SP hofft auf Platz eins. Kommt freilich Schwarz-Grün, ist der LH-Sessel futsch.
Bundespräsident - SP-Wahlziel:
Fischer in die Hofburg. Nach SP-internen Umfragen liegt Heinz Fischer klar vor Benita Ferrero-Waldner. Doch deren Inszenierungstalent kann viel bewegen.
Arbeiterkammer - SP-Wahlziel: Zweidrittelmehrheit. Die SP-Daten sagen, dass zwei Drittel der Arbeitnehmer der Regierung einen Denkzettel geben wollen - falls sie so weitermacht.
EU-Wahl - SP-Wahlziel:
Platz eins und Kommissar. Gusenbauer will die VP herausfordern: Wer Erster wird, soll Vorschlagsrecht für EU-Kommissar haben. SP-Favorit: Caspar Einem.
Die komplette Story sowie das Interview mit dem SPÖ-Chef finden Sie im aktuellen NEWS.
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