Donnerstag, 13. November 2003

Auszeichnung: Riess-Passer und Morak erhielten Ehrenzeichen

  • Klestil über Politiker-Beruf: "Es braucht mitunter schon eher die Berufung als den Beruf, um nicht zu resignieren"
  • Riess-Passer und Klestil von Bundesregierung vorgeschlagen

Die frühere Vizekanzlerin Riess-Passer hat am Donnerstag von Bundespräsident Klestil das Große Goldene Ehrenzeichen am Bande, die höchste Auszeichnung der Republik, verliehen bekommen. Das Große Silberne Ehrenzeichen am Bande erhielt Staatssekretär Morak. Die Auszeichnungen erfolgten auf Vorschlag der Bundesregierung.

Klestil nannte die Ehrungen ein "äußeres Zeichen des Dankes der Republik". Der Bundespräsident verwies in seiner Rede auf die Mühen des Alltags im Leben eines Politiker und meinte: "Es braucht mitunter schon eher die Berufung als den Beruf, um nicht zu resignieren." Er sieht daher "so etwas wie eine ausgleichende Gerechtigkeit darin, dass die Republik - der Staat - für diese Kräfte raubende Tätigkeit dankt".

Ausgesprochen lobende Worte fand der Bundespräsident für die ehemalige FPÖ-Chefin und Vizekanzlerin: "Sie waren die erste Frau, die die Funktion einer Vizekanzlerin in der Zweiten Republik eingenommen hat und sind mit viel Elan und großem Engagement in ihrem Ressort tätig gewesen." Die Arbeit Moraks würdigte Klestil mit einem Hinweis auf dessen frühere Tätigkeit als Schauspieler: "Du, Herr Staatssekretär, hast die Bretter, die die Welt bedeuten, gegen jene eingetauscht, von denen aus man die Welt verändern kann."

Die Dankesworte für beide Geehrten sprach der Kunst- Staatssekretär. Solange ein Orden für ihn kein Thema gewesen sei habe er gedacht: "Ja, was brauch' ma denn das." Jetzt habe er aber das Gefühl, dass damit seine Arbeit "bemerkt" werde. Ausdrücklichen Dank sagte Morak an Bundeskanzler Schüssel, für den Vorschlag zur Ehrung sowie dafür, dass er ihm die Arbeit machen lasse. (apa)

13.11.2003 12:59