Donnerstag, 13. November 2003

Wahlaltersenkung: SP-Kampagne mit Starmaniac-Hilfe

  • Andreas Schneider: "Mit 14 bzw. 16 schon relativ frühreif"
  • SP sieht die Plattform als Gegengewicht zum VP-Familienwahlrecht

Die SPÖ gab am Donnerstag den offiziellen Startschuss für eine überparteiliche Plattform zur Senkung des Wahlaltes auf 16. Die SP-Jugensprecherin Heinisch-Hosek sieht in der Initiative ein Gegengewicht zu Überlegungen von VP-Spitzenpolitikern, ein Familienwahlrecht einzuführen. Interessant der erste "Star", den die SPÖ als Unterstützer der Plattform präsentierte: Andreas Schneider, Starmania-Sänger, der durch das Vergessen seines Namens bekannt wurde, und der sich demnächst als Promiboxer versucht.

Der Ex-Starmaniac zeigte sich vom Projekt der Sozialdemokraten jedenfalls ziemlich angetan. Er finde eine Wahlalterssenkung "relativ super". Seine Fans seien "mit 14 beziehungsweise 16 schon relativ frühreif". Auch hätten viele seiner Freunde die Möglichkeit in Anspruch genommen, bei den letzten burgenländischen Gemeinderats-Wahlen schon mit 16 wählen zu können. Dies seien "einschlägige Faktoren", um eine Wahlalter-Senkung zu befürworten.

Toni Schmid, Kinder- und Jugendanwalt der Stadt Wien, verwies bei der Pressekonferenz auf die Pflichten und Rechte die Jugendliche jetzt bereits hätten. So dürfe man mit 14 die Religion und auch den Sexualpartner frei wählen. Ebenso sind Jugendliche testierfähig, können also ihr Vermögen frei vererben. Andererseits sind sie auch strafmündig und mit 17 wehrpflichtig, was gegebenenfalls mit einem militärischen Einsatz für das Land einhergehen könnte. Wählen dürfe man in diesem Alter aber nicht, zeigte sich Schmid verständnislos.

Ähnlich argumentierte Lehrling Rene Moravec. Er verwies darauf, dass viele Jugendliche nach Beendigung der Pflichtschulzeit ihr eigenes Geld verdienen und sich dann auch um eine eigene Wohnung und damit um Miete, Strom, Heizung und Ähnliches kümmern müssten. Warum also sollte dann wählen nicht auch möglich sein. Unterstützung für das SP-Projekt kam auch von Schüler-Vertreter Michael Hubmaier. (apa/red)

13.11.2003 12:51