Korrupte Zöllner & Schlepper: Grenzer kassierten Schweigegeld!
- Austro-Fahnder und Ungarn-Kollgegen deckten Korruptionsskandal in Ungarn auf: 9 Beamte festgenommen
- Fürs "Wegschauen" gab's pro Illegalem 50 Euro!
Korrupte Zöllner hielten die Hand auf, kassierten von der Schlepper-Mafia Schweigegeld fürs Wegschauen: Österreichische Fahnder und Kollegen deckten Mitte November 2003 in Ungarn den Skandal auf. Neun Grenzbeamte, die tausende Euro abcashten, wurden festgenommen!
Die Vorgeschichte: Im Rahmen der Sicherheitspartnerschaft Ungarn-Österreich wurde Ende Oktober 2003 eine Schlepperorganisation zerschlagen, die sowohl von Ungarn als auch von Österreich aus, Schleppungen in den nördlichen EU-Raum organisierte.
Beim ersten Zugriff wurden von den Beamten des Bundeskriminalamtes (BK), der Kriminalabteilung Burgenland und der ungarischen Polizei 21 Verdächtige festgenommen.
Bei den anschließenden Erhebungen des BK konnten weitere Hinweise auf die Vorgangsweise der Schlepper ermittelt werden. Insbesondere verdichteten sich dabei Indizien, dass korrupte ungarische Grenzpolizisten an den Schleppungen beteiligt waren.
Aufgrund der Hinweise des BK konnte die ungarische Polizei neun Grenzpolizisten der Beihilfe zur Schlepperei überführen. Außerdem wurden noch zwei weitere Schlepper festgenommen.
Die neun Grenzpolizisten verrichteten an der ungarisch-serbischen Grenzkontrollstelle Tompa ihren Dienst. Sie sollen für das "Wegsschauen" bei der illegalen Einreise von Geschleppten bis zu 50 Euro pro Person verlangt haben. Es ist davon auszugehen, dass dadurch täglich tausende Euro in die Taschen der korrupten Grenzpolizisten flossen.
Die ungarischen Vertreter zeigen sich über diesen Korruptionsfall betroffen, werten seine Aufdeckung andererseits aber auch als deutliches Signal dafür, wie scharf Ungarn gegen Korruption vorgeht.(apa)
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