Heilmittelpaket: Bei Medikamenten sollen 120 Mio. gespart werden
- Chefarztpflicht soll entfallen, Generika werden billiger. Rauch-Kallat will Gesundheitspässe für alle Österreicher
Das Heilmittelpaket zur Senkung der Kosten im Gesundheitswesen ist geschlossen: Im nächsten Jahr sollen allein im Bereich der Medikamente 120 Millionen Euro eingespart werden. Das teilte die Gesundheitsministerin am Montag zum Auftakt der ganztägigen Gesundheitskonferenz in Wien mit. Noch ein Novum: Rauch-Kallat will Gesundheitspässe für alle Österreicher einführen!
Zum Thema Gesundheitsförderung kündigte die Ministerin neben der bereits bekannten Neuordnung der Vorsorgeuntersuchung die Ausgabe von Gesundheitspässen für alle Österreicher an. Diese Pässe sollen der Information und Erinnerung dienen.
Sparauftrag beim Heilmittelpaket
Laut Rauch-Kallat wurde eine entsprechende Vereinbarung mit Apothekern, Großhandel und Pharmaindustrie Montag früh unterzeichnet. Dieses Paket sieht auch einen neuen Erstattungskodex der Sozialversicherungen für die Zulassung von Medikamenten vor. Die Chefarztpflicht soll entfallen, bis 31. März nächsten Jahres sollen dazu der Hauptverband und die Ärztekammer eine entsprechende Vereinbarung erzielen.
Vorgesehen sind in dem Paket auch ein Entfall der Chefarztpflicht und eine reduzierte Rezeptgebühr für sogenannte Generika, die Verschreibung dieser nach Ablauf der Patente billigeren Medikamente soll von derzeit unter zehn auf rund 20 Prozent gesteigert werden. Weiters vorgesehen ist ein verbessertes Schnittstellenmanagement zwischen niedergelassenen Ärzten und dem Spitalsbereich.
Rauch-Kallat präsentierte dieses Ergebnis als einen Teil der gestarteten Reformdialoge zur Gesundheitsreform, die in insgesamt fünf Handlungsfelder gegliedert sind. Neben dem Bereich Finanzen sind dies die Themengebiete Gesundheitsförderung, Qualitätssicherung, Innovationen und Strukturen. Die Gesundheitsdialoge sollen in den nächsten fünf Monaten konkrete Reformvorschläge erarbeiten.
Waneck kündigt "elektronische Gesundheitsakte" an
Die Schaffung der "Elektronischen Gesundheitsakte" hat Staatssekretär Reinhart Waneck (F) am Montag bei der Gesundheitskonferenz als Ziel des Einsatzes der neuen Informations- und Kommunikationstechnologie im Gesundheitswesen angekündigt. Wenn der Patient es wünscht, sollen damit alle Behandler einen abgestuften Zugriff auf alle medizinischen Daten erhalten. Ziel sei die gesamte Kommunikation zwischen Patient, niedergelassenem Arzt, Facharzt und Spital auf elektronischem Wege abzuwickeln.
(apa/red)
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