Freitag, 7. November 2003

Die große Erotik-Umfrage: Wie oft und gerne Männer Sex haben!

  • PLUS: Österreichs Männer im europäischen Sex-Vergleich!

Gerade jeder zweite Österreicher ist mit seinem Sexualleben zufrieden, gleichzeitig kommen aber zwei Drittel mindestens einmal pro Woche erotisch zur Sache - nur zwei von vielen bemerkenswerten Ergebnissen einer großen Gallup-Studie...

Eigentlich sollte unser Intimleben längst als erforscht gelten. Kaum ein zwischenmenschlicher Bereich, der nicht bereits das Interesse der Wissenschaft geweckt hätte. Und doch gelingt es immer wieder, einige der letzten verbliebenen weißen Flecken auf der Landkarte unserer Leidenschaften zu enträtseln. So wie jetzt geschehen, mit einer der umfassendsten Studien, die jemals über das Liebes- und Sexleben österreichischer Männer angestellt worden sind.

Die Männer-Umfrage
Die repräsentative Umfrage, erstellt vom renommierten Meinungsforscher Fritz Karmasin und seinem Gallup-Institut, untersucht detailliert sämtliche relevanten Aspekte, die Liebesleben, Libido und sexuelle Leistungsfähigkeit der männlichen Österreicher betreffen. "Im Endeffekt bietet die Untersuchung viele bis dato unbekannte Einblicke in das Sexualleben der Männer", so Meinungsforscher Karmasin.

Trauriges Zeugnis für österreichische Männer
Um es auf den Punkt zu bringen: Die aktuelle Gallup-Umfrage zur männlichen Sexualität stellt den österreichischen Männern kein allzu potentes Zeugnis aus. Im Detail:

* Nur 57 Prozent der heimischen Männer bekommen beim Geschlechtsverkehr immer eine Erektion, 21 Prozent meistens.

* Verglichen mit den Männern in anderen europäischen Ländern, ist es mit der Liebeskraft des Österreichers nicht so gut bestellt. So haben etwa Franzosen und Spanier im Schnitt um die Hälfte weniger Probleme mit ihrer Potenz als die Herren der Alpenrepublik. Womit ausnahmsweise einmal das Klischee der heißblütigen Südländer bestätigt wäre.

Es mangelt auch an Erotik!
Wie die Gallup-Umfrage zeigt, wäre gleichzeitig zur Potenz auch das erotische Klima hierzulande verbesserungsfähig:

* Nur 48 Prozent der Männer sind insgesamt mit ihrem Sexualleben sehr zufrieden.

* Satte 22 Prozent stöhnen indes weniger über lustvolle Höhenflüge, sondern eher über die herrschende Tristesse im Bett.

Der Grund für diese Sexflaute ist oft hausgemacht. "Die Basis einer erfüllten Sexualität ist immer eine funktionierende Beziehung", meint Peter Gathmann, Psychiater am AKH Wien. "Außerdem vergessen viele, dass Erotik mehr ist als der bloße Sexualakt, wie es uns in Pornos vorgegaukelt wird."

... aber nicht an den Liebesakten. Doch trotz der offenbar manchmal eher bescheidenen Lustgefühle zeigen sich Österreichs Männer im Bett verhältnismäßig umtriebig:

* Fast ein Drittel der Verheirateten, genau 31 Prozent, gaben in der Gallup-Umfrage an, dass sie gleich zwei- bis viermal pro Woche Sex hätten. Ob hier auch Seitensprünge inkludiert sind, wurde allerdings nicht erhoben.

* Der überragende Teil der befragten Männer, nämlich 37 Prozent, hat im Durchschnitt immerhin noch ein- bis zweimal pro Woche Verkehr. Somit hätten, rein rechnerisch, zwei Drittel der verheirateten österreichischen Männer mindestens einmal pro Woche Geschlechtsverkehr.

* Anders verhält es sich bei Single-Männern. Nur elf Prozent der Nichtgebundenen kommen auf eine ebenso sinnliche Liebesfrequenz wie jene, die in einer fixen Partnerschaft leben. Und mehr als 40 Prozent der Unverheirateten gaben sogar an, selten oder überhaupt nie Sex zu haben.

Österreicher sind selbstbewusst. Auch wenn es innen nicht immer passt, nach außen hin präsentieren sich die Österreicher trotzdem als potente Liebeskünstler:

* Nur 15 Prozent machen sich manchmal Sorgen über ihre Fähigkeit zum Geschlechtsverkehr.

* Dagegen sind 73 Prozent davon überzeugt, dass ihre Libido unerschütterlich ist.

Sex hängt vom Rollenbild ab
Das Selbstverständnis des Mannes ist auch für sein Sexualleben mitbestimmend - das bestätigt auch die Gallup-Umfrage. In der Studie wurde zum ersten Mal versucht, die sexuelle Einstellung der Männer ihrm Weltbild zuzuordnen. Dabei kristallisierten sich drei Kategorien heraus:

* Die Traditionalisten - das sind einem alten Rollenbild verhaftete Männer. Nur acht Prozent der Traditionalisten haben zwei- bis viermal pro Woche Sex, 24 Prozent dagegen überhaupt keinen.

* Die Selbstreflexiven - diese Männer beschäftigen sich viel mit ihrem Körper. Höchstes Ziel ist geistiges und körperliches Gleichgewicht. Doch auch hier ist Sex ein Fremdwort. Nur sieben Prozent tun "es" zwei- bis viermal pro Woche. 58 Prozent dagegen selten bis nie.

* Die Hedonisten - das sind Männer, die vor allem Unterhaltung suchen, auch im Bett. Sechs Prozent haben täglich, 17 Prozent zwei- bis viermal pro Woche Sex. Einziger Wermutstropfen: Hedonisten ist spontaner Sex meist wichtiger als Nähe und Intimität.

Mehr zum Thema: NEWS 45/2003

7.11.2003 09:04