Mittwoch, 5. November 2003

Neustart für Lauda: Das Comeback des Jahres

  • Niki Nazionale hebt als Airliner wieder ab
  • Seine Pläne mit der neuen Airline

NEUSTART DES JAHRES. Wie der 54-jährige Weltmeister bereits in zwei Wochen der Konkurrenz wieder um die Ohren fliegen will. Mit dem neuen Lauda-Slogan: „Billigairline mit Luxusservice“.

Niki Lauda war in den vergangenen Wochen so richtig in seinem Element. Höchstpersönlich flog der Ex-Formel-1-Champ mit seinem Business-Jet (Lear 60) durch halb Europa, absolvierte ein Meeting nach dem anderen, sammelte jede Menge Datenmaterial und analysierte die Erfolgsrezepte von Ryanair & Co. Jetzt hat Lauda endgültig den Durchbruch geschafft und hebt ab zum Sensationscomeback des Jahres: Schon ab 24. November will er mit seiner neuen Airline in der Luft sein.

Lauda konnte nach der Pleite des deutschen Charterfliegers Aero Lloyd die Gunst der Stunde optimal nützen und landete binnen weniger Tage einen spektakulären Coup. Der dreifache Formel-1-Weltmeister übernimmt die von der Insolvenz nur indirekt betroffene Österreich-Tochter der Aero Lloyd. Lauda im NEWS-Interview: „Speed war schon immer meine Stärke.“

Der Deal im Detail:

  • In einem ersten Schritt übernimmt er 76 Prozent der Österreich-Tochter des insolventen deutschen Charterfliegers Aero Lloyd, den Rest hält die deutsche Mutter. Die übernommene Gesellschaft ist schuldenfrei, der Kaufpreis höchst überschaubar. Laudas Slogan für die neue Linie: „Billig-Airline mit Luxusservice“. Der Comeback-Airliner: „Ich muss es schaffen, dass die Leute sagen, ich fliege mit dem richtigen Lauda.“

  • In den nächsten Tagen muss Lauda mit Vollgas einen Businessplan erstellen und ihn dem Verkehrsministerium vorlegen. Der Grund: Die derzeit ruhende Konzession von Aero Lloyd Österreich muss vom Ministerium wieder freigegeben werden. „Das sollte aber kein Problem sein“, ist Lauda überzeugt.

  • Lauda hat dem deutschen Masseverwalter der Aero Lloyd garantiert, bereits am 24. November abzuheben. Denn nur dann bleiben die mit den Reiseveranstaltern vor der Pleite der Mutter abgeschlossenen Verträge gültig. Auch das dürfte aber zu bewältigen sein. Denn sowohl Flieger als auch Mannschaft sind vorhanden. Lauda agiert ohne Partner und Fremdmittel und trägt das volle Risiko. Allein bis zum Start des Flugbetriebs sind Investitionen von bis zu fünf Millionen Euro notwendig.

    Gespräche mit Sky Europe. Gestartet wird vorerst mit zwei Airbus-Flugzeugen (A320 und A321). Das ist aber nur der Anfang. Bereits in der Sommersaison will Lauda dann auf vier Flugzeuge aufstocken und die Flotte mittelfristig auf zehn Flieger erweitern. Parallel will der geniale Selbstvermarkter weiter mit dem von Bratislava aus operierenden Low-Cost-Carrier Sky Europe verhandeln: „Da gibt es viel Phantasie, alles ist möglich, von einer Kooperation bis zu einer Fusion.“

    Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS
    PLUS:
    Niki Lauda im Interview: „Zeigen, was man machen kann, während alle jammern“
    PLUS: Airline-Profi-Rundruf: Hebt Lauda noch einmal voll ab?
    PLUS: Das neue Megageschäft mit den Diskont-Airlines

    5.11.2003 15:27