Brisante Prüfberichte: Eurofighter unter Beschuss
- Die neuen alarmierenden Mängellisten der Austro-Abfangjäger.

Im Visier. Warum der britische und der italienische Rechnungshof das Eurofighter-Projekt jetzt in der Luft zerreißen. Und was im Austro-RH-Bericht stehen wird.
Der Eurofighter, vom Hersteller stets als das beste Kampfflugzeug der Welt gepriesen, scheint seine Kinderkrankheiten einfach nicht loszuwerden. Während technische Unzulänglichkeiten wie die jüngst aufgetauchten Probleme mit so genannten Niederdruck-Verdichtern, die sogar zu einem dreiwöchigen Startverbot der 17 bisher ausgelieferten Jets führten unter lautstarkem medialem Getöse behoben werden konnten, wird immer deutlicher, dass der teure Jet auch an einer angeborenen, chronischen Erkrankung leidet: Zeitverzögerungen und Kostenexplosionen durch unterschiedliche politische und militärische Interessen der Herstellerstaaten.
Massives Terminproblem. Jetzt dürfte auch Österreich von diesem Problem betroffen sein. Denn jetzt wackelt der Termin für die endgültige Beauftragung des Hersteller-Konsortiums mit der Produktion der zweiten Tranche. Und genau aus dieser Tranche soll Österreich die um knapp zwei Milliarden Euro gekauften Eurofighter erhalten. Der Haken: Wie NEWS jetzt aufdeckt, war das Problem des massiven Zeitverzuges des Eurofighter-Projekts durch britische und italienische Rechnungshofberichte bereits bestens dokumentiert.
Anfang 2007 sollten die ersten vier Jets aus dieser zweiten Tranche nach Österreich geliefert werden. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte Österreichs mit geliehenen Übergangsfliegern aus den Herstellerstaaten das Auslangen finden. Doch so wie es jetzt aussieht, könnte die Übergangslösung weitaus länger dauern als vorgesehen.
Der simple, aber folgenreiche Hintergrund: Die Briten machen jetzt Probleme bei der Unterzeichnung der Typenfreigabe für die zweite Tranche. Der eigentlich schon für Juni 2003 geplanten Unterschrift für die Typenfreigabe der zweiten Tranche sollen jetzt erst noch einmal umfangreiche Leistungsüberprüfungen vorangehen. Mit Deutschland hat sich der Hersteller schon jetzt darauf geeinigt, dass eintretende Verzögerungen durch eine Unterbrechung der Produktion nicht mehr aufgeholt werden sollen. Fadenscheiniges PR-Argument: Auch der Käufer würde dadurch profitieren. Denn Jets, die später geliefert werden, müsse man ja auch erst später bezahlen.
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