Alitalia droht Streichung von 4.200 Arbeitsplätzen
- Geschäftsführer drängt auf rasche Privatisierung
Der italienischen Fluggesellschaft Alitalia droht in den nächsten drei Jahren die Streichung von 4.200 Jobs, sollten die im neuen Sanierungsplan enthaltenen Ziele nicht erreicht werden. Dies verlautete aus Kreisen um die krisengeschüttelte Alitalia. Laut dem Sanierungsplan sollen im kommenden Jahr 1.600 Arbeitsplätze abgebaut, weitere 1.200 sollen durch Auslagerung wegrationalisiert werden.
Derzeit beschäftigt Alitalia 21.300 Personen. Alitalia- Geschäftsführer, Francesco Mengozzi, drängte in einer Rede vor der römischen Abgeordnetenkammer auf eine rasche Privatisierung der Fluggesellschaft, die noch mehrheitlich im staatlichen Besitz steht. Das römische Staatsministerium sollte seine 63-prozentige Beteiligung stark reduzieren, meinte Mengozzi.
Das Modell sollte dabei der Weg sein, mit dem der französische Staat seine Beteiligung an Air France verringert habe. Der Verkauf eines Alitalia-Anteils ist laut Mengozzi eine unentbehrliche Bedingung für Alitalias Integration in die neue Luftfahrtholding, die aus der Fusion zwischen KLM und Air France entstanden ist.
Mengozzi hatte kürzlich davor gewarnt, dass Alitalia in 18 Monaten all ihre Finanzreserven aufbrauchen würde, sollte der Sanierungsplan nicht sofort umgesetzt werden. Der Geschäftsführer will somit Druck auf die Gewerkschaften ausüben, die den Rationalisierungsplan als unannehmbar bezeichnen und bereits eine massive Streikwelle planen.
Alitalia erwartet nach Unternehmensangaben im nächsten Jahr einen operativen Verlust von 29 Millionen Euro, in den beiden Folgejahren aber wieder Gewinne. Für das laufende Jahr hatte Alitalia bereits zu einem früheren Zeitpunkt einen Betriebsverlust von 409 Millionen Euro prognostiziert. (APA/Red.)
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