Konjunktur-Experte: Arbeitszeit-Verlängerung bringt nichts
- Absage an jüngste Polit-Debatten zur deutschen Konjunktur-Belebung
- Politiker wollten mehr Arbeitszeit und weniger Feiertage
Deutschland kämpft gegen das Konjunkturtief. Und sucht nach Lösungen. Zuletzt forderten Politiker eine längere Wochenarbeitszeit und das Streichen von Feiertagen, um die Produktivität zu erhöhen und Deutschland aus der Krise zu führen. Doch ein Experte ruft zur Besinnung: Produzieren um des Produzierens willen bringt nichts, solange niemand die Ware kauft.
Eine generelle Verlängerung der Arbeitszeit ist nach Ansicht des Konjunkturexperten Gustav Horn vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) kein taugliches Mittel für den Aufschwung. "So lange keine Nachfrage nach den Gütern da ist, bringt das nichts", sagte Horn im deutschen Magazin "Focus Money".
Absurde Debatte
"Bei einer Kartoffelschwemme werfen Sie ja auch nicht noch mehr Kartoffeln auf den Markt." Entsprechende Vorschläge von Politikern und Verbandsvertretern nannte Horn eine "absurde Debatte".
Bei generell längeren Arbeitszeiten würde auf Halde produziert, erläuterte der Experte. Dies erhöhe zwar den Absatz der Lieferanten, aber die Produktion werde anschließend wieder sinken. Dann bliebe nur eine Kürzung der Stundenlöhne.
Die Lohnstückkosten in Deutschland seien aber in den vergangenen sieben Jahren langsamer gestiegen als in allen anderen Industrie-Staaten außer Japan. Nur bei guter wirtschaftlicher Lage bedeute Mehrarbeit auch mehr Absatz und damit ein größeres Bruttoinlandsprodukt.
(apa, red)
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