Dienstag, 4. November 2003

Tourismus-Forscher: Strategische Fehler bei TUI und Thomas Cook

  • Kirstges kritisiert häufige Markenwechsel, Billig-Preispolitik und eigene Airlines

Europas führende Tourismuskonzerne TUI und Thomas Cook haben nach Ansicht eines Tourismus-Wissenschaftlers in der Vergangenheit schwere strategische Fehler gemacht. "Vor allem in der Preis- und der Markenpolitik ist oft keine klare Linie erkennbar, die über mehrere Jahre durchgehalten worden ist". Ein weiterer Fehler: Die eigenen Mini-Airlines wie Aero Lloyd.

Als Beispiele nannte Torsten Kirstges, Professor für Tourismuswirtschaft an der Fachhochschule in Wilhelmshaven, die diversen strategischen Markenwechsel, von Fischer Reisen über Condor/Thomas Cook bis zu Air Marin und Paneuropa. Auch das Engagement der beiden Unternehmen mit eigenen Airlines sei falsch gewesen.

Aus für Frühbucher-Preise?
Mit ihrer Preispolitik, vor allem der zunehmenden Zahl von Billig-Angeboten, hätten vor allem TUI (Hannover) und Thomas Cook (Oberursel) maßgeblich dazu beigetragen, dass Umsätze und Gewinne geschrumpft seien. Der Experte fordert ein Ende von Sonderaktionen und Frühbucher-Preisen.

Höhere Anreize für Frühbucher gäben wieder Planungssicherheit vor allem für die wichtige Kapazitätsauslastung, sagte Kirstges: "Ich glaube aber nicht, dass es so schnell gelingen wird, den Preis wieder auf vernünftige Größen anzuheben. Welche radikale Folgen das hat, sieht man an den schlechten Geschäftszahlen besonders der großen Unternehmen oder an den jüngsten Konkursen wie die des Ferienfliegers Aero Lloyd."

Die ganze Idee, als Reiseveranstalter eigene Airlines zu erhalten, sei ein Fehler. Diese Mini-Airlines arbeiteten oft defizitär.
(apa, red)

4.11.2003 08:30