Montag, 3. November 2003

Aero Lloyd-Zukunft: Entscheidung Mitte der Woche erwartet

  • Auch deutscher Textilunternehmer Schumann interessiert

Die Gespräche über die Zukunft des insolventen deutschen Ferienfliegers Aero Lloyd laufen offenbar auf Hochtouren. Konkrete Resultate gibt es noch nicht, "ein substanzielles Ergebnis" könnte es Mitte der Woche geben, kündigte Unternehmenssprecher Asger Schubert an. Es gebe Verhandlungen mit "mehreren Interessenten", darunter auch mit dem österreichischen Ex-Rennfahrer Niki Lauda, der im November 2000 als Chef der von ihm gegründeten Lauda Air zurücktrat.

Medienberichten zufolge hielt sich Niki Lauda Montag Mittag in dieser Angelegenheit in Frankfurt auf. Lauda könnte möglicherweise die Mehrheit der erst Anfang 2003 gegründeten Österreich-Tochter von Aero Lloyd übernehmen. Diese sei von der Insolvenz vorerst nicht betroffen, denn eine Mehrheit von 51 Prozent hält der österreichische Filmproduzent Michael Wolkenstein.

Lauda könnte mit bis zu vier Aero-Lloyd-Maschinen zunächst eine österreichische Billig-Airline gründen. Als Kunden kämen Gäste von Pauschalreiseveranstaltern wie TUI oder Thomas Cook in Frage, die bereits Interesse gezeigt hätten. Voraussetzung sei eine Zustimmung des Insolvenzgerichts.

Zu den Aero Lloyd-Interessenten zählt auch der Ex-Flugbegleiter und Bekleidungsunternehmer Thomas Schumann. Der 38-Jährige Deutsche will Aero Lloyd neu positionieren und damit Arbeitsplätze erhalten. Bis dato hat Schumann, der sich in den neunziger Jahren mit der Vermarktung von second hand-"Levis 501 Jeans" in Deutschland einen Namen machte, aber noch keine direkten Gespräche mit Masseverwalter Walter geführt. Er prüfe rechtliche Schritte, um bei Verhandlungen zugelassen zu werden, erklärte Schumann am Montag im APA-Gespräch.

Anders als Lauda plant er keine Billigfluggesellschaft, sondern will "preisattraktiv" fliegen. Schumann würde "die Preise zwischen Lufthansa und Ryanair ansiedeln" und möchte auch Businesskunden ansprechen. Als Kernkompetenz sieht er das Aero Lloyd-Angebot in die Türkei, wohin er sich eine "Art Gastarbeiter-Express" vorstellen könnte. (APA/Red.)

3.11.2003 13:12