Dienstag, 4. November 2003

Formel 1: Ferrari verdächtigt Toyota der Spionage

  • Drei Unternehmen im Raum Modena durchsucht

Eine Spionage-Affäre in der Formel 1 macht Ferrari zu schaffen. Der Rennstall von Maranello beschuldigt Toyota der Betriebs-Spionage und hat deswegen die Staatsanwaltschaft von Modena eingeschaltet. Die Toyota-Fabrik in Köln wurde bereits durchsucht, die italienischen Ermittler klapperten weiters die Hauptquartiere von drei Unternehmen mit engen Verbindungen zu Ferrari und die Wohnung des Geschäftsführers eines dieser Betriebe ab.

Die Staatsanwälte von Modena verdächtigen den Toyota-Mitarbeiter und zwei weitere italienische Techniker der Werksspionage gegen Ferrari. Die Untersuchung richtet sich gegen Andrea S., der vor zwei Jahren von Ferrari zu Toyota gewechselt war. Der Italiener wurde von der Kölner Polizei zunächst festgenommen, nach dem Verhör jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt. Bei Ferrari ist man überzeugt, dass er Spionage betrieben hat. Die Ermittlung wurde vom Konzern in Maranello mit einer Anzeige in Gang gesetzt.

Toyota unter Verdacht
Der Toyota-Techniker wurde von den Ermittlern in Köln lange verhört. Sein Computer wurde beschlagnahmt und auch seine Privatwohnung durchsucht. Das beschlagnahmte Material sollte noch diese Woche von den italienischen Staatsanwälten überprüft werden. Verdächtigt wird auch ein weiterer Ferrari-Techniker, der zu Toyota gewechselt war, aber wieder nach Modena zurückgekehrt ist. Er soll enge Verbindungen zu einem Aerodynamik-Unternehmen haben, das von der italienischen Polizei durchsucht wurde.

Von Ferrari gab es zur Ermittlung vorerst noch keine Stellungnahme. Der mit der Untersuchung beauftragte Staatsanwalt von Modena, Fausto Casari, weigerte sich, der Presse Informationen über den Stand der Spionage-Untersuchung zu geben. Die Staatsanwaltschaft bestätigte jedoch Kontakte mit den deutschen Justizbehörden, die um den Fall ermitteln. (apa/red)

4.11.2003 14:04
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