Karriereende? Kostelic-Comeback mehr als ungewiss
- Janica Kostelic laboriert an schwerem Schilddrüsen-Problem
- Operationen auf Druck des kroatischen Verbands durchgeführt?
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Das Comeback der dreifachen Olympiasiegerin Janica Kostelic wird sich aus weiter verzögern. Die 21-jährige Weltcup-Gesamtsiegerin, die nach insgesamt vier Operationen im rechten Knie innerhalb von nur sieben Monaten eine Rückkehr für Ende Dezember avisiert hatte, klagt nun über Probleme mit ihrer Schilddrüse. Die Rennläuferin selbst bezeichnet die Gerüchte als übertrieben. Es ist aber weiterhin unklar, wann Kostelic wieder Skilaufen kann.
Kostelic hatte sich an der Uni-Klinik in Zagreb einer endokrinologischen Untersuchung unterzogen. Der Zustand ihrer Schilddrüse habe sich verschlechtert und ihr wurde dringend empfohlen, zu pausieren. "Janica hat Probleme mit ihrer Schilddrüse und wir wissen nicht, wann sie wieder Skilaufen kann", bestätigte der kroatische Alpinchef Vedran Pavlek.
Behandlung könnte Jahre dauern
Dr. Zeljko Sucur, der Vertrauensarzt der Familie Kostelic und zugleich auch medizinischer Leiter des kroatischen Nationalteams, meinte gar, dass Janica ihrer Gesundheit schwer schaden könnte, wenn sie wie geplant in knapp eineinhalb Monaten wieder mit dem Skilaufen beginnen sollte. "Die Tests zeigen, dass sie schwer krank ist und für eine Behandlung ein bis eineinhalb Jahre benötigt", wird Sucur in der Tageszeitung "Jutarnji List" zitiert.
Erstmals seien die Schilddrüsenprobleme im vergangenen September in Zermatt aufgetreten. Sie sei so krank geworden, dass sie mit dem Hubschrauber ins Spital gebracht werden musste. Erste Tests hatten ein hormonelles Ungleichgewicht ergeben, dessen Ursache unklar ist.
Kostelic dementiert "übertriebene Gerüchte"
Kostelic selbst hat die Berichte energisch dementiert. Es handle sich um "unwahre und übertriebene Gerüchte", sagte sie bei einer Pressekonferenz. "Es kann nicht die Rede davon sein, dass ich unheilbar krank bin. Ich habe nur Probleme mit der Schilddrüse, wie jeder fünfte Kroate", sagte Kostelic weiter. Zwar ist es zu früh, eine endgültige Diagnose zu stellen, doch die Athletin gab sich optimistisch. "Ein Karriere-Ende ist auch kein Thema, ich werde bald wieder auf Skiern stehen", sagte sie.
Janica Kostelic war vergangene Woche wegen gesundheitlicher Probleme in ihre Heimat zurückgekehrt. Sie muss sich dort weiteren Untersuchungen unterziehen. "Noch ist es zu früh, eine endgültige Diagnose zu stellen", sagte der Mannschaftsarzt des kroatischen Skiteams.
Ein Ausfall für die komplette Saison konnte aber nicht ausgeschlossen werden. "Ich weiß es nicht, ich kann dazu noch gar nichts sagen", so die Athletin.
Waren die vielen Operationen schuld?
Kroatische Medien spekulieren damit, dass möglicherweise ein Zusammenhang mit den Operationen in relativ kurzer Zeit zu sehen ist. Die vergangenen beiden Eingriffe waren vom Vorarlberger Sportarzt Dr. Christian Schenk vorgenommen worden.
Nach der dritten Operation im Juli war Kostelic nur zehn Tage schmerzfrei, beim Training in Hintertux traten die Schmerzen wieder auf. Die vierte Operation war für 5. Oktober geplant. "Wir haben damals schon Probleme vermutet, aber es dauert drei Wochen, um die Auswertungen der endokrinologischen Tests zu bekommen, und die sind am 7. Oktober gekommen", meinte Dr. Sucur gegenüber der Tageszeitung "Vecernji List".
OP auf Druck des kroatischen Verbands
Dr. Schenk konnte daher nicht von den Resultaten dieser Tests informiert werden. "Kein Anästhesist der Welt würde eine neue Narkose zulassen, wenn er die Test-Ergebnisse von Janica gesehen hätte", so Dr. Sucur weiter. Einige Medien spekulieren gar darüber, dass Offizielle des kroatischen Verbandes den Befund absichtlich zurück gehalten hätten, weil Dr. Sucur sonst eine vierte Operation nicht zugelassen hätte. Dr. Schenk war vorerst für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (apa/red)
