RAC-Rallye: Solberg erstmals Weltmeister!
- Subaru-Pilot siegt in Wales, Verfolger Loeb Zweiter
- Stohl belegt den siebten Rang und holt WM-Punkte
Mit seinem vierten Saisonsieg hat sich Petter Solberg den ersten Weltmeistertitel seiner Karriere gesichert und gleichzeitig den ersten für Norwegen geholt. Beim letzten Lauf zur Rallye-WM, der traditionell in Wales gefahren wurde, agierte Solberg souverän und distanzierte seinen einzig verbliebenen Kontrahenten Sebastian Loeb (FRA) um 43,6 Sekunden. Carlos Sainz hatte sich ja bereits am ersten Tag der RAC-Rallye durch einen Unfall selbst um alle Chancen gebracht.
Ein ausgezeichnetes Ergebnis legte Manfred Stohl hin. Der Wiener erreichte mit Rang sieben seine beste Platzierung mit einem WRC-Auto und holte zwei WM-Zähler. Der Peugeot-Pilot kam damit als erster Österreicher seit Raimund Baumschlager (Sechster 1998 bei der Safari-Rallye) bei einem WM-Lauf in die Punkteränge.
Solberg dominiert in Wales
So spannend die Saison 2003 auch verlief, das Finale war eine klare Sache für Solberg. Vor allem in der zweiten Saisonhälfte war er mit den Siegen in Zypern, Australien, Korsika und Großbritannien der dominierende Fahrer. Gerade auf Schotter und nassem Asphalt war die Kombination Subaru - Pirelli fast unschlagbar. Bei der "Wales Rallye GB" erzielte er nicht weniger als 13 Bestzeiten auf den 18 Sonderprüfungen. Bei typisch britischen Verhältnissen, niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit, zog der Norweger vor tausenden begeisterten Zusehern eine großartige Show ab.
"Das ist der glücklichste Tag in meinem Leben, ich bin so stolz darauf, diesen Titel gewonnen zu haben", jubelte der neue Weltmeister, der von tausenden mitgereisten Norwegern gefeiert wurde. "Ich habe nichts mehr riskiert, bei über 40 Sekunden Vorsprung auf nur drei Sonderprüfungen konnte mich Loeb nicht mehr einholen", meinte der Skandinavier über das gemütliche Finish. Solberg beendete die WM mit nur einem Punkt Vorsprung auf Loeb und entschied damit die knappste WM der Geschichte für sich.
Loeb nur Vizeweltmeister
Vizeweltmeister wurde Loeb. Der Franzose, der als WM-Führender in die letzte Rallye des Jahres gegangen war, durfte aber aus taktischen Gründen nicht mehr um die Fahrer-WM kämpfen. Seinem Team Citroen war der Sieg in der Marken-WM, der auch souverän eingefahren wurde, mehr wert. Der 29-jährige machte aber gute Miene zum bösen Spiel: "Wir haben einen Titel gewonnen und ich habe sicher noch mehrere Möglichkeiten einen Fahrertitel zu holen".
Mäkinen dankt mit Rang drei ab
Einen tollen Fight um Rang drei lieferten eiannder Tommi Mäkinen und Colin McRae. Beide sind im nächsten Jahr nicht mehr dabei und wollten es in ihren Abschiedsvorstellungen noch einmal allen zeigen. Die Entscheidung fiel erst in der letzten Sonderprüfung zu Gunsten des Finnen, als der Schotte einen Reifen wechseln musste.
Stohl holt WM-Punkte
Manfred Stohl verzeichnete sein bestes Saisonergebnis und war natürlich mit Rang sieben hochzufrieden. "Ich bin überfroh im Ziel zu sein. Es macht mich sehr glücklich, dass es mir gelungen ist, mit den Werksautos mitzuhalten. Rang sieben ist doch ein recht brauchbares Ergebnis", bilanzierte der Wiener, dessen Peugeot mit bereits 56 WM-Einsätzen noch dazu das mit Abstand älteste WRC-Auto im Feld war.
Stohl und seine Beifahrerin Ilka Minor holten damit die ersten WM-Punkte mit einem "World Rallye Car" überhaupt, der höchsten Klasse in der Rallye-WM. Es ist dies wohl der größte Erfolge nach dem Gewinn des Gruppe-N-Weltmeistertitels im Jahr 2000.
Konkretes zum nächsten Jahr konnte Stohl vorerst noch nicht sagen. "Alles hängt von den Entscheidungen der FIA ab, auf die wir leider schon viel zu lange warten müssen. Entweder wir fahren nächstes Jahr in der neuen WRC-2-Klasse oder Gruppe N oder wieder so wie in diesem Jahr einige Rennen mit dem WRC-Auto. Die Klärung muss aber jedenfalls noch im November erfolgen."
Den Sieg in der Weltmeisterschaft der Konstrukteure holte sich Citroen vor Peugeot und Subaru, als Gruppe-N-Weltmeister stand der Brite Martin Rowe auf Subaru Impreza bereits vor dem letzten Lauf fest.
Endstand der RAC-Rallye:
1. Petter Solberg/Phil Mills (NOR/GBR) Subaru
2. Sebastien Loeb/Daniel Elena (FRA) Citroen
3. Tommi Mäkinen/Kaj Lindström (FIN) Subaru
4. Colin McRae/Derek Ringer (GBR) Citroen
5. Francois Duval/Stephane Prevot (BEL) Ford
6. Freddy Loix/Sven Smeets (BEL) Peugeot
7. Manfred Stohl/Ilka Minor (AUT) Peugeot
8. Roman Kresta/Jan Tomanek (CZE) Peugeot
WM-Endstand:
1. Solberg 72 Punkte
2. Loeb 71
3. Carlos Sainz 63
4. Richard Burns 58
5. Markko Märtin 49
6. Marcus Grönholm 46
7. McRae 45
8. ex aequo Mäkinen und Duval jeweils 30
18. Stohl 2
WM-Konstrukteurswertung:
1. Citroen 160 Punkte
2. Peugeot 145
3. Subaru 109
4. Ford 93
5. Skoda 23
6. Hyundai 12
(apa/red)
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