Es geht wieder los: US-Jets bombardieren den Irak!
- Bagdad & Rebellen-Hochburg Tikrit sind Ziele der Angriffe
- Rotes Kreuz schließt wegen Gefährdung Zentrale in Bagdad
·Nach Anschlag
Irak: Rotes Kreuz schließt Zentrale
·Mit Frachtjets
USA befürchten Terror gegen AKWs
·Keine Soldaten
Türkei hält sich aus dem Irak heraus
·6 tote Soldaten
US-Hubschrauber in Tikrit abgestürzt
·Neuer Anschlag
Polnischer Soldat im Irak getötet
·Geheimangebot
Irak wollte Krieg verhindern
Über ein halbes Jahr ist es her, als US-Präsident George W. Bush das Ende des Krieges gegen den Irak erklärt hatte. Nun scheint er wieder begonnen zu haben: Seit Freitag Abend fliegen US-Jets wieder Bombenangriffe gegen irakische Städte. Die Sicherheitslage im Land ist derweil weiterhin prekär. Erste Auswirkung: Das Rote Kreuz schließt seine Zentrale in Bagdad (siehe Kasten rechts).
Nach der jüngsten Welle von Anschlägen im Irak haben US-Truppen am Wochenende Ziele in den Städten Tikrit und Falluja bombardiert, die als Hochburgen des anti-amerikanischen "Widerstands" gelten. US-Vizeaußenminister Richard Armitage räumte am Samstag ein, die Lage sei "ziemlich nahe an einem Krieg".
Nach einem Angriff von Aufständischen auf eine US-Patrouille in Falluja griffen US-Kampfflugzeuge in der Nacht auf Sonntag Ziele in der westlich von Bagdad gelegenen Kleinstadt an. Nach Angaben des US-Militärs warfen die Jets insgesamt drei Bomben auf mutmaßliche Stellungen von Aufständischen ab. Angaben über mögliche Opfer wurden nicht gemacht.
Zuvor waren zwei US-Soldaten durch einen Sprengsatz getötet und ein weiterer verletzt worden, bestätigte eine Sprecherin des US-Militärkommandos in Bagdad. Die Opfer waren in einem Konvoi unterwegs. Danach wurden mehrere Verdächtige festgenommen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) kündigte wegen der angespannten Sicherheitslage die vorübergehende Schließung seiner Büros in Bagdad und Basra an.
Die USA prüfen nach einem Bericht der "Washington Post" Alternativen zu dem von ihnen eingesetzten irakischen Regierungsrat. Unter Berufung auf ranghohe US-Regierungskreise berichtete die Zeitung am Sonntag, die Arbeiten an einer neuen Verfassung gingen nur schleppend voran. Auch verfolgten viele Mitglieder des Regierungsrates nur ihre eigenen Interessen.
Eine Alternative wäre, einen französischen Vorschlag aufzugreifen, im Irak eine Übergangsregierung nach dem Vorbild Afghanistans zu schaffen, hieß es in dem Bericht. Diesen Vorschlag hatten die USA bisher abgelehnt. (APA/red)
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