Freitag, 7. November 2003

Manilas Präsidentin nach Flughafen-Besetzung: "Kein Putschversuch"

  • Blutiges Ende: Zwei Besetzer bei Schießerei mit Polizei getötet
  • Ex-Chef der Luftfahrtbehörde war Anführer der Extremisten

Nach der blutigen Besetzung des Kontrollturms am Flughafen von Manila hat die philippinische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo betont, es habe sich dabei nicht um einen Putschversuch gehandelt. Dennoch herrscht Nervosität: Vor dem Präsidentenpalast fuhren Panzer zur Bewachung auf. Bei der Flughafen-Besetzung wurden zwei Täter bei einer Schießerei getötet.

Nach einem eilends einberufenen Treffen mit Sicherheitsberatern am Samstagmorgen in Manila sagte Macapagal Arroyo in einer landesweit ausgestrahlten Ansprache: "Ausmaß und Verlauf des Vorfalls zeigen, dass es kein Versuch ist, die Regierung zu übernehmen."

Zwei Tote bei Besetzung
Der Präsidentenpalast wurde am Samstag von Panzern bewacht. Nach der Schießerei mit zwei Toten wurde der Flughafen am frühen Samstagmorgen von Elitepolizei und Spürhunden nach Sprengstoff durchkämmt. Einige Flüge mussten umgeleitet werden, bei anderen kam es zu Verspätungen.

Eine Gruppe von bis zu 15 Bewaffneten hatte den Kontrollturm kurz nach Mitternacht (Ortszeit) besetzt und sich eine Schießerei mit Sicherheitskräften geliefert. Der Tower befindet sich in der Nähe eines Passagierterminals. Die Polizei erschoss die Besetzer, kurz nachdem sie die Kontrolle über den Tower übernommen hatte. Einer der Besetzer war der frühere Luftfahrtbeauftragte Panfilo Villaruel.

"Wir werden hier getötet"
Als die Sicherheitskräfte das Feuer eröffneten, sprach Villaruel gerade live im Rundfunk. "Wir werden hier getötet", sagte er, während im Hintergrund Schüsse zu hören waren. "Wir geben auf."

Auslöser war Ärger über Korruption
Er hatte nach eigenen Angaben zwölf bewaffnete Männer bei sich. Als Grund für seine Tat gab Villaruel an, er habe die Korruption satt und vertrete die philippinischen Bürger, die sich nicht trauten, ihre Meinung zu sagen. Er war den Angaben zufolge früher Pilot und Luftwaffen-Offizier.

Der Manager des Flughafens Ninoy Aquino International, Edgardo Manda, bestätigte das Ende der Besetzung. Der internationale Flugverkehr könne wieder aufgenommen werden.

Ende Juli hatten sich rund 300 Soldaten bei einer Meuterei in einem Geschäftszentrum der philippinischen Hauptstadt verbarrikadiert und den Rücktritt von Präsidentin Arroyo gefordert. Nach Verhandlungen mit der Regierung gaben die Rebellen allerdings nach 19 Stunden auf und stellten sich den Behörden. (APA/red)

7.11.2003 20:05