Freitag, 7. November 2003

Nahost-Konflikt: Vier Palästinenser von israelischer Armee getötet

  • Unter den Opfern befindet sich ein elfjähriger Bub
  • Palästinenserin in Ramallah zu lebenslanger Haft verurteilt

Bei gewaltsamen Zusammenstößen mit israelischen Soldaten sind im Gazastreifen vier Palästinenser getötet worden, unter ihnen ein elfjähriger Bub. Der Elfjährige sei am Freitag in der Nähe von Karni im Norden des Gazastreifens von Splittern einer israelischen Panzergranate tödlich getroffen worden, teilten palästinensische Ärzte mit.

In der Nacht waren im Südosten des Gazastreifens nahe der Grenze zu Israel zwei Palästinenser bei Schusswechseln mit israelischen Soldaten getötet worden. Die beiden Männer waren zusammen mit Mitgliedern der El-Aksa-Brigaden, dem bewaffneten Arm der Fatah von Palästinenserpräsident Jassir Arafat.

Ein dritter Palästinenser sei bei einem Schusswechsel mit israelischen Soldaten im Flüchtlingslager El Moghasi im Zentrum des Gazastreifens ums Leben gekommen, teilte ein örtliches Krankenhaus mit. Nach palästinensischen Angaben rückte die israelische Armee in der Nacht im Gebiet von El Moghasi mit etwa einem Dutzend gepanzerter Fahrzeuge mehrere hundert Meter weit in die Autonomieregion vor. Ein israelischer Militärsprecher sagte, der Vorstoß "in kleinem Maßstab" sei nach Beschuss von palästinensischer Seite gestartet worden.

Lebenslange Haft für Palästinenserin
Weil sie einen israelischen Jugendlichen per Internet in einen tödlichen Hinterhalt lockte, wurde eine Palästinenserin am Donnerstag zu lebenslanger Haft verurteilt. Ein Militärgericht bei Ramallah sprach die 29-Jährige schuldig, den 16-Jährigen über das Internet eine romantische Verabredung versprochen zu haben, um ihn mit Hilfe von Komplizen zu entführen.

Die beiden Aktivisten der Ezzedin-el-Kassam-Brigaden, des bewaffneten Arms der Fatah-Bewegung des palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat, hätten den Jugendlichen getötet, als dieser sich gegen die Entführung wehrte. (apa)

7.11.2003 09:13