Donnerstag, 6. November 2003

Jetzt doch: USA wollen Irak-Truppen um ein Viertel reduzieren

  • USA rechnen mit Truppen aus anderen Staaten
  • Wieder zwei US-Soldaten bei Anschlägen im Irak getötet

Die USA wollen im Laufe des kommenden halben Jahres ein Viertel ihrer Soldaten aus dem Irak abziehen. Die Truppenstärke solle bis Mai 2004 um 30.000 auf 100.000 Mann sinken, sagte Vizegeneralstabschef Peter Pace. Die abziehenden Soldaten sollten unter anderem durch irakische Sicherheitskräfte ersetzt werden. Deren Zahl solle von derzeit 115.000 auf 170.000 Mann steigen.

Das Verteidigungsministerium setze außerdem darauf, dass weitere Länder Friedenstruppen in den Irak entsenden, sagte Pace. Er rechne mit zwei weiteren internationalen Divisionen zu je 12.000 Mann. Aus Pentagon-Kreisen verlautete, im kommenden Jahr sollten zusätzliche Kämpfer der Eliteeinheit Marines in den Irak entsandt werden. Sie hatten während des Kriegs vor dem Sturz Saddam Husseins eine wichtige Rolle gespielt.

Der britische Sondergesandte Jeremy Greenstock erwartet unterdessen angesichts zahlreicher Anschläge einen "harten Winter" für die ausländischen Truppen im Irak. "Terroristen" würden ihre Ziele mit Bedacht auswählen und versuchen, den Irak unregierbar zu machen, sagte der Diplomat der "Times". "Sie wollen versuchen, Bagdad zum Stillstand zu bringen, damit es so aussieht, als ob der Irak mit den Koalitionstruppen nicht funktionieren könne."

Die US-geführten Alliierten müssten den Sicherheitsapparat schnellstmöglich "irakisieren", um Akzeptanz bei den Einheimischen zu gewinnen. "Es ist machbar, aber ich glaube, uns steht ein harter Winter an der Sicherheitsfront bevor." Greenstock äußerte die Hoffnung, dass bis Ende kommenden Jahres eine neue Regierung für den Irak gewählt werden könne. Er räumte aber ein, dass dieser Zeitplan "dehnbar" sei.

Wieder zwei US-Soldaten getötet
Zwei US-Soldaten sind bei zwei Zwischenfällen im Irak getötet worden. Wie das US-Militärkommando am Donnerstag in Bagdad mitteilte, starb ein Soldat am Morgen, als sein Lastwagen auf eine Mine fuhr. Der Vorfall ereignete sich nahe dem irakisch-syrischen Grenzübergang Husaiba.

Ein US-Soldat kam Mittwochabend ums Leben, als seine Patrouille in Mahmudia, 35 Kilometer südlich von Bagdad, in einen Hinterhalt geriet. Der Trupp wurde mit Panzerfäusten und Gewehren angegriffen. Zwei weitere Soldaten erlitten Verletzungen. (apa)

6.11.2003 09:59