Mittwoch, 5. November 2003

Ölkonzern Yukos: Putin gegen Entzug der Förderlizenz

  • Russischer Präsident traf in Rom Berlusconi

Russlands Präsident Putin hat den von seiner Regierung angedrohten Entzug von Ölförderlizenzen des russischen Ölkonzerns Yukos in Frage gestellt. Die Lizenzen zur Ölförderung in Sibirien sind für den Konzern von existenzieller Bedeutung. "Ich habe großen Zweifel über die Stimmigkeit dieser Schritte", sagte Putin während seines Italien-Besuchs in Rom.

Russlands Minister für Bodenschätze, Witali Artjuchow, hatte zuvor der Zeitung "Rossiiskaja Gaseta" gesagt, angesichts der gegenwärtigen Situation sei es nahezu unvermeidlich, dass Yukos seine Lizenzverpflichtungen verletze, was unmittelbar zum Entzug von Lizenzen für Ölfelder in Sibirien führe. Ein Unternehmen, dessen Hauptaktionär in Haft sei, sei nicht der passende Partner für eine Zusammenarbeit mit den Lizenzbehörden.

Chodorkowski hat in der Vergangenheit wiederholt Artjuchow kritisiert und ihm vorgeworfen, mit seiner Politik Pläne zur Steigerung der Ölförderung zu behindern. Chodorkowski hatte am Montag seinen Chefposten bei Yukos geräumt, um nach eigenen Angaben das Unternehmen aus der Schusslinie der gegen ihn gerichteten Ermittlungen zu nehmen.

Politische Beobachter hatten das Vorgehen gegen Chodorkowski als Höhepunkt eines Machtkampfes zwischen Putin und dem Ölmagnaten gewertet, der die liberale Opposition finanziell unterstützt. Das Vorgehen gegen Yukos hatte Befürchtungen geweckt, die Regierung könnte eine Wiederverstaatlichung des Ölunternehmens betreiben.
(apa, red)

5.11.2003 20:22