Umstrittene Umfrage zu Israel: EU-Kommission räumt Fehler ein
- In Zukunft "bessere Verfahrensweisen"
- Laut Umfrage betrachten 59% der EU-Bürger Israel als "größte Gefahr für den Weltfrieden"
Die EU-Kommission hat Fehler bei der Erstellung einer umstrittenen Umfrage eingeräumt, wonach Israel "die größte Gefahr für den Weltfrieden" darstelle. Ein Sprecher der Kommission sagte am Mittwoch in Brüssel, in Zukunft müssten "bessere Verfahrensweisen" gewählt werden. Für die Art der Fragestellung sei jedoch niemand innerhalb der EU-Kommission verantwortlich.
Im Zuge der Eurobarometer-Umfrage war 7.500 EU-Bürgern folgende Frage gestellt worden: "Sagen Sie bitte für jedes der folgenden Länder, ob es ihrer Ansicht nach eine Bedrohung für den Frieden in der Welt darstellt oder nicht". Die Befragten hatten die Wahl zwischen 15 Möglichkeiten, darunter Israel, Iran, Nordkorea, USA, Irak und Afghanistan. 59 Prozent der EU-Bürger - und 69 Prozent der in Österreich Befragten - erklärten, Israel bedrohe von allen Staaten am stärksten den Frieden auf der Welt. An zweiter Stelle folgen der Iran, Nordkorea und die USA, die jeweils von 53 Prozent genannt wurden.
"Wir wollen die Ergebnisse dieser Befragung nicht interpretieren", sagte Kommissionssprecher Reijo Kemppinen. Nach einem Treffen mit Vertretern der amerikanischen Bürgerrechtsorganisation Anti- Defamation League in New York habe Kommissionspräsident Romano Prodi aber betont, dass die Umfrage nicht die Politik und Position der Brüsseler Behörde wiedergebe. Antisemitismus müsse verurteilt werden, wenn dies in Europa tatsächlich ein Problem sei. Nach vor Jahresende werde die EU dazu ein Seminar gemeinsam mit jüdischen Organisationen veranstalten, sagte der Sprecher.
(apa)
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
