UNO-Tribunal: Del Ponte kündigt 13 neue Anklagen an
Die Chefanklägerin des UNO-Kriegsverbrechertriubunals in Den Haag, Carla Del Ponte, hat 13 neue Anklagen wegen Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien angekündigt. Bis Ende des nächsten Jahres sollen alle Ermittlungen abgeschlossen und bis 2010 soll die Arbeit des UNO-Tribunals beendet werden, sagte Del Ponte am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien.
Voraussetzung dafür sei aber die volle Kooperation der ex- jugoslawischen Länder mit dem Haager Tribunal und vor allem die Auslieferung des bosnisch-serbischen Ex-Präsidenten Radovan Karadzic, dessen Oberbefehlshaber Ratko Mladic und des kroatischen Generals Ante Gotovina, betonte Del Ponte.
In Wien sei sie zu Besuch, um diese Notwendigkeit zu unterstreichen und Österreich aufzufordern, mehr Druck auf die Balkan-Länder auszuüben. In Wien wird Del Ponte nach Angaben ihrer Sprecherin vor allem mit Vertretern des Außenministeriums Gespräche führen.
Derzeit seien noch 21 vom UNO-Tribunal Angeklagte flüchtig. "Das ist nicht akzeptabel." Heftig kritisierte Del Ponte erneut Serbien und die Republika Srpska. Die bosnisch-serbische Gebietseinheit sei noch immer ein "sicherer Hafen für Kriegsverbrecher". Die Behörden in Banja Luka seien untätig und "erlauben der SFOR nicht, Karadzic festzunehmen". Karadzic befinde sich jedenfalls in der bosnischen Serben-Republik, sei ständig in Bewegung und halte sich zeitweilig auch in Montenegro auf.
Mladic hingegen "ist in Serbien", sagte Del Ponte. "Belgrad kooperiert nicht mit uns und betreibt Obstruktion." Erneut forderte Del Ponte auch die Auslieferung von Gotovina. Dies müsse "die Bedingung für den EU-Beitritt Kroatiens" sein.
(apa)
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