Montag, 3. November 2003

US-Kirche: Erstmals homosexueller Bischof geweiht

  • Gene Robinson bekennt sich offen zu seiner Homosexualität
  • Protest bei der Zeremonie zur Amsteinführung des Priesters

Als erste große christliche Religionsgemeinschaft hat die anglikanische Kirche einen sich offen zu seiner Homosexualität bekennenden Priester zum Bischof geweiht. Am Sonntag wurde Gene Robinson in das Amt des Bischofs der Episkopalkirche des amerikanischen Bistums New Hampshire eingeführt. Die Kirche ist Teil der 77 Millionen Mitglieder zählenden anglikanischen Weltkirche.

Rund 4.000 Menschen verfolgten den Gottesdienst in der Universitätsstadt unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen. Vor der Sporthalle in Durham, in der die Zeremonie stattfand, hatten sich Gegner des neuen Bischofs versammelt. Mehrere konservative Episkopalkirchen veranstalteten Protest-Gottesdienste. Zwei Vertreter des konservativen Flügels hatten während der Zeremonie offen gegen die Amtseinführung Robinsons Protest eingelegt, dessen Lebensstil "nicht mit der heiligen Schrift und den Lehren dieser Kirche vereinbar" sei.

Robinson, dem mindestens 40 weitere Bischöfe zur Amtseinführung die Hände aufgelegt hatten, dankte dem Bistum New Hampshire für seine Ernennung und sagte, er reiche all jenen die Hände, die am Rande der Gesellschaft stünden, wie dies auch Jesus getan habe.

Das Oberhaupt der anglikanischen Kirche, der Erzbischof von Canterbury, Rowan William, erklärte am frühen Montag in einer ersten Reaktion, die durch Robinsons Ernennung entstandenen Zerwürfnisse seien "Anlass zu großem Bedauern". Williams steht persönlich der Homosexuellenbewegung positiv gegenüber und versucht, die Spaltungen innerhalb der anglikanischen Kirche zu überbrücken. (apa)

3.11.2003 08:11