Freitag, 7. November 2003

Jugend-Studie: Keine Anzeichen für Werteverlust

  • Überraschung: Marken sind nicht besonders wichtig
  • Musikgeschmack gilt weiter als breit gefächert

Wie ist es um Österreichs Jugend bestellt? Während Bildungsministerin Elisabeth Gehrer vor wenigen Monaten die Party- und Spaßgesellschaft kritisierte und mehr Ernsthaftigkeit einforderte, widerspricht eine neue Studie von Fessel GfK dem Befund der Ministerin. Ein Werteverlust sei nicht feststellbar: Hätten Jugendliche die Wahl zwischen "Beruf oder Freizeit" bzw. "Freunde oder Familie", würden sie sich für beides entscheiden. Marken spielen keine übergeordnete Rolle, beim Musikgeschmack geben sie auch älteren Interpreten den Vorzug.

Jugendliche lassen sich vor allem über ihren Zugang zu gängigen Werten unterscheiden: Die beiden am häufigsten aus der Untersuchung hervorgegangenen "Wertetypen" sind die "Angepassten" mit mehr als einem Drittel und die "Menschenfreunde", denen sich ebenfalls rund ein Drittel zurechnet. Beide Gruppen zeichnet aus, dass sie sich den gesellschaftlichen Normen ohne weitere Diskussion am nächsten fühlen.

Etwas mehr als ein Fünftel der Befragten (21 Prozent) ist den "Kämpfern" zuzurechnen, die sich aktiv und "ich-zentriert" für eine vorteilhafte Position in der Gesellschaft einsetzen. Am rebellischsten tut sich die Gruppe der "Gegner", denen 14 Prozent der Jugendlichen zuzurechnen sind, hervor: Sie orientieren sich nicht an gängigen Normen, sondern reiben sich an ihnen.

Marken spielen nur am Rand eine Rolle
Marken spielen für die österreichischen Jugendlichen zwar eine Rolle, aber weniger als die Hälfte "glaubt" prinzipiell an Marken. Diese haben für sie nur in bestimmten Bereichen Bedeutung. 70 Prozent achten beim Einkauf eher auf den Preis.

Hälfte verfügt über 300 € und mehr im Monat
Das ergibt sich auch aus ihren Mitteln: Knapp ein Viertel hat nur rund 50 Euro pro Monat zur freien Verfügung, weitere 29 Prozent zwischen 51 und 300 Euro. Knapp die Hälfte braucht sich um Geldknappheit eher weniger Sorgen machen: 300 Euro und mehr können im Monat ausgegeben werden.

Musikgeschmack breit gestreut
Der Musikgeschmack der österreichischen Jugend ist breit gestreut: Zwar gibt fast die Hälfte an, am liebsten Rock oder Pop zu hören, die junge Generation beschränkt sich jedoch weder auf diese Musikrichtungen, noch auf die Stars der Gegenwart. (APA/red)

7.11.2003 15:34