Donnerstag, 6. November 2003

Fohnsdorfer Bürgermeister Straner: Comeback mit Sprechstunde

  • Voll Tatendrang aber zunächst im Schongang wieder im Amt
  • Swatch schenkte Straner zu Weihnachten neue Uhr

Elf Wochen nach dem Schussattentat auf ihn hat der Fohnsdorfer Bürgermeister Johann Straner am Mittwoch seine Amtsgeschäfte wieder aufgenommen. Die erste Amtshandlung nach der Comeback-Pressekonferenz: Eine Sprechstunde, wie immer am Mittwoch. Straner stellte voll des Tatendrangs auch gleich seine Projekte, insbesondere den Bau einer Therme, vor.

"Kleinere Wehwehchen" räumte der 45-Jährige zwar noch ein, doch es gehe ihm von Tag zu Tag besser. Er werde dennoch nichts überhasten und zunächst halbtags beginnen. Dem Blick zurück widmete der Kommunalpolitiker nur wenige Worte: Es sei eine "Millimeterentscheidung" gewesen, dass er heute wieder dasitzen dürfe. "Es war nicht nur Glück, sondern grenzt an ein totales Wunder", dass er die beiden Schüsse in Brust und Bauch überlebt habe. Die Uhr, die ein Projektil knapp vor dem Herzen abgelenkt habe, hat nun einen Ehrenplatz in seinem Büro - der Hersteller hat ihm schon zu Weihnachten eine neue gleichen Modells geschenkt.

Der Weg zurück sei ihm leichter gefallen, weil er gefühlt habe, dass er gebraucht werde, so Straner. Gemeinsam mit Vizebürgermeister Günter Pirker, der während seiner Abwesenheit "den Kurs gehalten hat", habe er schon kurz nach dem Aufwachen aus dem künstlichen Tiefschlaf wieder Projekte gewälzt. Eines davon, sein "Paradeprojekt" Therme, präsentierte er auch gleich am ersten Amtstag den Medien. Die Gemeinde habe das Vorhaben nun selbst in die Hand genommen und er, Straner, sei optimistisch, dass noch heuer Spaten stechen dürfe.

Dass der Bürgermeister der 8.500-Seelen-Gemeinde auch bei den 2005 bevorstehenden Kommunalwahlen wieder antreten wird, steht - so die Gesundheit es zulässt - außer Frage. Bei der letzten Wahl 2000 war es Straner gelungen, den Stimmenanteil der SPÖ-Fraktion auf 71 Prozent auszubauen. (apa)

6.11.2003 15:48