Donnerstag, 6. November 2003

Ganztagsschule: Regierung erhebt Bedarf

  • Förderung von schwachen und besonders begabten Schülern
  • SPÖ fordert 100.000 Ganztagsschul-Plätze bis 2013

Die Regierung will den Ist-Zustand sowie den Bedarf an schulischer Nachmittagsbetreuung erheben. Derzeit laufe eine Fragebogen-Aktion bei den Landesschulräten über die bestehenden Angebote, Anfang Dezember führe das market-Institut eine Studie zum konkreten Bedarf durch, betonten Bildungsministerin Gehrer, Sozial- Staatssekretärin Haubner sowie Frauenministerin Rauch-Kallat.

In der Studie soll neben dem regionalen Bedarf auch die Bereitschaft der Eltern im Hinblick auf eine Kostenbeteiligung und die Nachfrage nach verschiedenen Modellen erhoben werden. Ergebnisse sollen noch heuer vorliegen. Geplant sind weiters die Einsetzung einer Kommission zur Kinderbetreuung, die am 21. November ihre Arbeit aufnehmen wird, sowie die Erarbeitung von Qualitätsstandards.

Gehrer ging erneut davon aus, dass die Erhebung einen Mehrbedarf von rund 10.000 Plätzen für Nachmittagsbetreuung an den Schulen ergeben werde. Der Schwerpunkt werde dabei wohl auf der Altersgruppe zwischen sechs und zwölf bzw. 13 Jahren liegen: "Mit zwölf, 13 bröckelt dann die Lust am ganztägigen Betreutsein ab." Die zusätzlichen Plätze könnten dann schon im kommenden Schuljahr zur Verfügung stehen.

Kritik an der Regierung kam von den Grünen: Das Kernproblem bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei noch immer das Fehlen von pädagogisch hochqualitativen Kinderbetreuungseinrichtungen, betonte Familiensprecherin Mandak. Die Regierung könne noch so laut von Wahlfreiheit für alle Mütter und Väter reden - "die haben sie nicht". (apa/red)

6.11.2003 13:54