LKH Wolfsberg: Angeblich Missstände in der Geriatrie
- Patienten mit Psychopharmaka in "Dämmerzustand" gehalten
- Wunsch nach Leibschüssel von Pflegepersonal abgeschlagen
·Pflege-Skandal
Einvernahme von Pittermann vertagt
·Causa Lainz: Hilflose Patienten!
Pflege-Skandal von Lainz flog im Herbst 2003 auf
Wenige Wochen nach Bekanntwerden von Pflegemissständen im Geriatriezentrum am Wienerwald sind jetzt auch angeblich menschenunwürdige Zustände in der Geriatrie am LKH Wolfsberg bekannt geworden. Im Bericht einer Kärtner Wochenzeitung wird unter anderem behauptet, dass bettlägerigen Patienten der Wunsch nach einer Leibschüssel abgeschlagen werde.
Generell würden die Patienten mit Hilfe von Psychopharmaka "in eine Art Dämmerzustand" versetzt. Mit den Worten "Das bekommen bei uns alle Patienten" soll laut dem Zeitungsartikel unter dem Titel "Warum darf ich nicht aufs Klo gehen?" eine Assistenzärztin der medizinisch-geriatrischen Abteilung des Landeskrankenhauses auf die Frage von Angehörigen einer Patientin geantwortet haben, warum der Frau das starke Neuroleptikum Risperdal verabreicht werde. Die nach einer Gehirnblutung halbseitig Gelähmte sei nämlich in geistig guter Verfassung in das Spital eingeliefert worden, nach zwei Tagen aber völlig apathisch und kaum ansprechbar gewesen.
Wie es in dem Artikel weiter heißt, sei das Medikament erst nach heftigen Protesten der Angehörigen abgesetzt worden. Eine Apothekerin und zwei Ärzte hätten die Verabreichung des Neuroleptikums in diesem speziellen Fall als einen "Wahnsinn" bezeichnet, und auch der behandelnde Neurologe hätte gebeten, mit der Gelähmten möglichst viel zu arbeiten und ihr Bewegung sowie Sinnesreize zu vermitteln.
Eine Pflegerin habe dem Bericht zufolge den Wunsch einer Patientin, auf die Leibschüssel gelegt zu werden, mit den Worten abgelehnt: "Machen Sie doch in die Windel, wir können nicht ununterbrochen mit der Schüssel daherkommen." Wenn dann die Windel gewechselt wird, werde die Patientin vor den Augen aller im Zimmer Befindlichen nackt ausgezogen, ohne dass die Besucher zum Verlassen des Raumes aufgefordert würden.
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