Lebenslange Haft für Mord an blinder Bibliothekarin
- 45-jähriger in Graz wird in Anstalt eingewiesen
- Frau mit zehn Messerstichen getötet
Zu einer lebenslangen Haftstrafe in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher wurde in Graz ein 45 Jahre alter Mann verurteilt. Der drogensüchtige Täter, ein gebürtiger Schweizer hatte im September vergangenen Jahres seine Freundin, eine 39 Jahre alte blinde Universitätsbibliothekarin mit zehn Messerstichen getötet.
Der Geschworenensenat (Vorsitz: Helmut Krischan) befand den 45- Jährigen für schuldig des Mordes. Der schwerst kranke Angeklagte erbat sich Bedenkzeit, das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Der Angeklagte Valentin K. und die 39-Jährige Ingeborg P. hatten sich 1995 kennen gelernt. Für den arbeitslosen 45-Jährigen, der bis zu diesen Zeitpunkt eine Notunterkunft bewohnt hatte, soll die Lebensgemeinschaft mehr eine Zweckgemeinschaft gewesen sein. In den folgenden Jahren kamen es zwischen dem Pärchen immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen. K., der heute HIV-positiv ist, Blasenkrebs hat und an Hepatitis leidet, konsumierte regelmäßig Drogen aller Art und bediente sich auch vom Konto seines späteren Mordopfers, um seine Sucht zu finanzieren.
Im Herbst 2000 traf P. auf der Universität, an der sie als Übersetzerin beschäftigt war, den ebenfalls blinden Mario B. Zwischen den beiden entwickelte sich eine intensive Freundschaft, die sich bis 2002 hinzog. Nach vermehrten Auseinandersetzungen zwischen dem Angeklagten und der Bibliothekarin trennte sich die 39-Jährige im August des Vorjahres von ihrem späteren Mörder.
Am 13. August vergangenen Jahres kam K., der neun Vorstrafen wegen Aggressions- und Vermögensdelikten hat, nochmal in die Wohnung. Dort kam es zum Streit. Der 45-Jährige fügte dem Opfer mit einem Pfadfindermesser mehrere Stiche am Oberkörper und am Hals zu, zwei davon waren tödlich.
(apa)
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