Donnerstag, 30. Oktober 2003

Nissan ruft 2,5 Mio. Autos zurück! Der Motor setzt aus!

  • 5.106 Österreicher müssen mit ihren Fahrzeugen in die Werkstatt
  • Kosten der Rückholaktion: 120 Mio. €

In Österreich sind 5.106 Nissans betroffen; insgesamt müssen 2,56 Millionen Autos in Europa, Japan und den USA in die Werkstatt! Die gigantische Rückrufaktion ist für Nissan, den drittgrößten japanischen Autohersteller, sehr peinlich. Grund für die Fahrt in die Werkstatt: Wegen einem fehlerhaften Sensor droht Motor-Kurzschluss! Weltweit zurückgerufen werden mehr als 20 Modelle, darunter der Sportwagen "350Z", sowie der "Sunny" und der "Primera". Alle Fahrzeuge wurden zwischen 1998 und Mai 2003 hergestellt.

Betroffen sind in Österreich folgende Modelle: Der mit Benzinmotor ausgestattete Primera (altes und neues Modell), Almera (einschließlich der Van-Version Almera Tino) und der Geländewagen X-Trail jeweils vom Produktionsbeginn bis Ende September 2002, sagte eine Sprecherin von Nissan Österreich am Donnerstag der APA. Die Rückrufaktion beginnt Ende November.

Kurzschluss wegen fehlerhaftem Sensor im Motor
Auslöser der neuen Rückrufaktion ist den Angaben zufolge ein fehlerhafter Sensor im Motor, der zu einem Kurzschluss im Motor führen könnte. Angesichts der raschen Ausweitung der Produktion bei Nissan hatten Analysten bereits in der Vergangenheit Qualitätsbedenken geäußert. Berichte über Unfälle habe es bisher nicht gegeben, versicherte die Unternehmenssprecherin.

Rückrufaktion kostet rund 120 Mio. Euro
Von der Aktion betroffen sind 1,03 Millionen Autos in Japan und 1,53 Mio. im Ausland, davon 460.000 in Europa und 700.000 in den USA.

Die Kosten für die Rückrufaktion bezifferte der Konzern auf 15 bis 16 Mrd. Yen (118,8 Mio. Euro bis 126,8 Mio. Euro). Dies habe jedoch keine Auswirkungen auf die Gewinnprognosen des Konzerns, sagte eine Nissan-Sprecherin. Mit 1,02 Mio. Fahrzeugen ist es nach Angaben des Verkehrsministeriums die zweitgrößte Rückrufaktion eines japanischen Automobilherstellers. 1996 hatte ebenfalls Nissan 1,05 Mio. Autos zurückbeordert.

Die Kosten für die Rückrufe seien bei den Prognosen für den operativen Gewinn von 820 Mrd. Yen für das laufende Geschäftsjahr bereits berücksichtigt. Der französische Autokonzern Renault hält 44,4 Prozent an Nissan. (APA/Red.)

30.10.2003 10:08