Mittwoch, 29. Oktober 2003

Minus 53,4 Prozent: Massiver Gewinneinbruch bei VW

  • 5er-Golf in Österreich ab Anfang November auf den Markt
  • Für 2004 plant VW rund 600.000 Einheiten - plus die BILDER!

Ernüchternde Zahlen aus dem Hause Volkswagen: Europas größter Autobauer wird das heurige Jahr mit einem massiven Gewinneinbruch abschließen. Das operative Ergebnis für 2003 werde nicht einmal die Hälfte des Vorjahreswerts von 4,76 Mrd. Euro erreichen, teilte VW am Mittwoch mit. Gründe seien der flaue Absatz, der schwache Dollar, hohe Vorleistungen für neue Modelle und millionenschwere Probleme in Brasilien.

Bis Ende September sank der Umsatz zwar nur leicht um 1,8 Prozent auf 64,1 Mrd. Euro, das operative Ergebnis brach aber um 53,4 Prozent auf 1,73 Mrd. Euro ein. Nach Steuern verdiente der Autohersteller nach 1,84 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum nur noch 813 Mio. Euro.

Schlechtes Geschäft in Nordamerika
Vor allem das Geschäft in Nordamerika verhagelte VW in den ersten neun Monaten die Bilanz. Das operative Ergebnis stürzte dort von 1,18 Mrd. Euro auf nur noch 9 Mio. Euro ab. Der Umsatz sank von 13,2 Mrd. Euro auf 10,8 Mrd. Euro. Wesentliche Gründe waren der ungünstige Dollar-Kurs, höhere Vermarktungskosten und der geringere Verkauf.

Für den Rest des Jahres rechnet Europas Automarktführer auf Grund des Verkaufsstarts des neuen Golf und anziehenden Absatzes mehrerer anderer Modelle mit einer Stabilisierung der Ergebnisse.

Zwischen Januar und September lieferten die Konzernmarken weltweit 3,7 Mio. Autos aus. Dabei stieg die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge in Deutschland um 0,4 Prozent auf 709.000. Im Ausland hingegen fiel die Zahl um 1,6 Prozent auf 3 Mio.. Besonders schwach entwickelten sich die Märkte in Südamerika und Südafrika. Dort lieferte VW 307.000 Autos aus, 14,1 Prozent weniger als 2002. Auch Nordamerika blieb mit 472 000 Autos um 6,3 Prozent hinter dem Vorjahr zurück.

Das Ergebnis in Südamerika/Südafrika besserte sich kaum und blieb nach Minus 250 Mio. Euro im Vorjahr mit minus 231 Mio. Euro noch deutlich negativ. Hinzu kommen die Kosten für den geplanten Abbau von 4.000 Stellen in Brasilien, der das operative Ergebnis zusätzlich mit 120 Mio. Euro belasten.

Absatzboom im der Region Asien
In der Region Asien Pazifik mit dem Hauptmarkt China setze sich der Absatzboom fort. Im dritten Quartal verzeichnete der Konzern dort ein Auslieferungsplus von 5,2 Prozent auf 192 000 Fahrzeuge. Seit Januar stieg dort der Absatz um 26,8 Prozent auf 570.000 Autos. (APA/Red.)

29.10.2003 13:36